Beratung Seniorentag: Klimaschutz mit blauer Bank

Nersingen / Barbara Hinzpeter 17.04.2018

Viel beachtet und gepriesen war die blaue Bank beim Seniorentag in der Gemeindehalle in Nersingen. Sie machte auf das Projekt aufmerksam, das die Agenda­beauftragte Anja Mayer-Ley und Klimaschutzmanager Benjamin Buck derzeit vorantreiben: In allen Nersinger Ortsteilen soll es eine „Mitfahrbank“ geben. Damit könnten Lücken im öffentlichen Nahverkehr geschlossen und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Denn: Viele Privatleute, die allein mit dem Auto zwischen den Ortsteilen unterwegs seien, nehmen gerne jemanden mit. Davon ist Anja Mayer-Ley überzeugt. Sie hob den sozialen Aspekt hervor: Die Menschen sprechen miteinander auf der Fahrt und lernen sich kennen. Im Nersinger Haushaltsplan sind 10 000 Euro dafür eingeplant, Zuschüsse aus dem europäischen Leader-Programm sind beantragt, voraussichtlich werde im Sommer darüber entschieden, so Mayer-Ley. Aufgestellt werden sollen die Bänke an zentralen Stellen mit viel Publikumsverkehr.

„Außerdem muss man da gut anhalten können“, sagte Buck. Vorschläge seien ausgearbeitet, aber sie müssten noch genehmigt werden. Das Angebot richtet sich nicht nur an ältere Menschen, betonte der Klimaschutzmanager, der für Nersingen, Weißenhorn, Holzheim und Pfaffenhofen zuständig ist.

Soziale Kontakte und das gesellige Miteinander zu fördern sowie nützliche Tipps und Informationen zu geben, waren Anliegen des vierten Seniorentags in der Gemeindehalle, den der Seniorenarbeitskreis am vergangenen Samstag veranstaltet hat. „Ich bin froh und dankbar, dass in Nersingen das Seniorenkonzept umgesetzt wird“, sagte Bürgermeister Erich Winkler und nannte als Beispiele das Rathaus-Café und das Reparatur-Café. Beide waren in der Gemeindehalle vertreten, das Café-Team bewirtete die Gäste. Die Polizei gab Tipps zum Schutz vor Einbrechern und Betrügern, außerdem informierten unter anderem der VdK und der Hildegard Hospizverein über ihre Arbeit. Die Johanniter Unfallhilfe demonstrierte Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie Aufgaben und Können der Rettungshundestaffel. Maria Störk und Sofie Blum von der Schwabengilde Matzenhofen sowie der Gesangverein Nersingen unterhielten die Gäste mit Liedern und Gedichten.

Die veränderten Lebensbedingungen älterer Menschen wirken sich auf die Seniorenarbeit aus. Das spürt auch der vor 41 Jahren gegründete „Altenclub Geselliges Alt-Nersingen“, wie dessen Vorsitzende Hannelore Rohm sagte. Die 75-Jährige wird jetzt bei der Jahreshauptversammlung ihr Amt abgeben und sucht dringend einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Den oder die werde sie unterstützen. „Ich möchte jetzt jemand Jüngeren  einarbeiten“, sagte sie. Momentan habe der Verein noch 55 Mitglieder, aber es kämen wenige nach. Bei den monatlichen Treffen mit Programm zähle sie stets um die 40 Teilnehmer. Daher sei es in ihren Augen zu früh, den Verein aufzulösen. Der wurde in einer Zeit gegründet, als die meisten Frauen noch kein Auto und nur wenige einen Führerschein besaßen. Auf jeden Fall aber werde er sich jetzt umbenennen und den Begriff „Alt“, der zweimal auftaucht, aus dem Namen streichen.

Große Runde an Verantwortlichen

Arbeitskreis Veranstaltet wurde der vierte Seniorentag in Nersingen vom 2012 gegründeten Seniorenarbeitskreis. Ihm gehören neben Gemeinderäten und Mitarbeitern der Verwaltung Ehrenamtliche an, darunter Vertreter von AWO, VdK, Rathauscafé, Seniorenzentrum und Altenclub. Der Arbeitskreis trifft sich jeden ersten Montag im Monat. Ansprechpartnerin bei der Gemeinde ist Beate Müller.

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