Senden Sendenerin will mit Gassi gehen Gutes tun

SONJA FIEDLER 09.01.2016
Wenn Herrchen oder Frauchen nicht können, will eine 57-Jährige helfen: Die ehemalige Hundebesitzerin würde andere Vierbeiner gratis ausführen.

Für Gerlinde K. aus Senden gehören Hunde zum Leben dazu. Zwölf Jahre lang war Terriermischling Jeannie an ihrer Seite, bis die Hündin im Herbst 2014 starb. Als Gerlinde K., die lieber anonym bleiben will, kurz darauf schwer erkrankte, kam sie ins Grübeln: "Was, wenn ich jetzt meine Jeannie noch hätte, ich wüsste niemanden, dem ich sie geben könnte." Immer öfter fielen ihr andere Menschen ins Auge, für die das tägliche Gassi gehen mit dem Hund beschwerlich war: Eine ältere Dame im Elektrorollstuhl, eine Frau, die nicht gut laufen konnte "Da dachte ich: Der würde es gut tun, mal eine Runde am Tag weniger gehen zu müssen."

Als es Gerlinde K. gesundheitlich wieder besser ging, fasste sie einen Entschluss: "Ich möchte anderen, die in einer Notsituation sind, zur Seite stehen." Und zwar bei dem, was sie kann und liebt: Als ehrenamtliche "Gassi-Geherin" für kleine bis mittelgroße Hunde, deren Besitzer krank oder schon älter sind. "Ich liebe auch große Hunde, aber das schaffe ich körperlich nicht", erklärt die 57-jährige Sendenerin.

Zeitlich ist die gelernte Journalistin flexibel, räumlich stellt sie sich Spaziergänge mit Hunden in und um Senden vor: "Ich würde mit den Hunden die Runden gehen, die sie gewohnt sind und zu den Zeiten, die sie gewohnt sind." Natürlich müssten sich Hund, Besitzer und Gassi-Geherin zuvor gegenseitig beschnuppern: Denn dass es für viele Hundebesitzer nicht einfach ist, den Vierbeiner einem fremden Menschen anzuvertrauen, weiß und versteht die erfahrene Hundefreundin, die auch öfter Hunde aus dem Tierheim in Weißenhorn ausführt. "Ich stelle mir vor, dass ich den Hund kennen lerne und wir erst einmal schauen, ob wir uns verstehen."

Geld will sie nicht für ihre Hundesitter-Dienste, sie möchte nur helfen. "Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es schwierige Situationen gibt und dass Menschen Hilfe zur Überbrückung brauchen." Trotz einer Anzeige im Stadtboten hat noch kein Hundebesitzer bei ihr angeklingelt. Doch die Sendenerin würde sich sehr freuen, wenn Leute den Mut aufbringen würden: Der Bedarf ist da, da ist sie sich sicher.

Info Hilfsbedürftige Besitzer von kleinen und mittelgroßen Hunden aus Senden können sich bei Gerlinde K. melden, Tel. (0170) 608 56 85.