Entscheidung Sendener Räte gegen Riegelbauten am Kirchberg

Senden / thv 22.12.2017

Zwölf Reihenhäuser mitsamt Carports, Garagen und Parkplätzen am Kirchberg, der historischen Keimzelle Sendens? Die entsprechende Bauvoranfrage eines Ulmer Bauträgers hatten die Mitglieder des Bauausschusses vergangenen Mai einhellig abgeschmettert. Das Vorhaben werde weder den geschichtlichen noch den baulichen Gegebenheiten gerecht, lautete damals die Begründung. Der in Folge beantragte Bebauungsplan für das Gebiet ist inzwischen in Arbeit – und wird von den Räten mit Argusaugen verfolgt, wie sich in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses einmal mehr zeigte.

Die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie die Anlieger und Eigentümer haben zwischenzeitlich ihre Stellungnahmen abgegeben, die Verwaltung hat die Abwägung der Einwendungen vorgenommen und in begründeten Fällen in die Planung eingearbeitet. Im Ausschuss ging es jetzt noch um einige Details.

Auf Antrag von CSU-Fraktionschef Walter Wörtz wurde eines der Baufenster um wenige Meter verkleinert, damit die Westfassade von St. Jodok besser zur Geltung komme. Dies kommt zugleich der Forderung  der SPD entgegen. Fraktionschef Georg Schneider wünschte sich ursprünglich eine noch etwas größere Freifläche an dieser Stelle. Einstimmig beschloss der Ausschuss zudem, den Grünstreifen längst des St.-Jodok-Wegs nun durchgängig sechs Meter breit vorzusehen.

Areal ist Bodendenkmal

Was Stadträte und Verwaltung vermeiden wollen ist ein Bebauungsplan, der „Riegelbauten“ in jedweder Form ermöglichen würde. Dass auf dem größtenteils bebauten Areal Veränderungsdruck lastet, offenbarte sich bereits 2011. Ein örtlicher Bauträger beantragte damals die Erlaubnis zum Bau eines Mehrfamilienhauses am Fuße des Kirchbergs unter maximaler Ausnutzung des Grundstücks – erst mit sieben Wohneinheiten, in einer abgespeckten Version dann noch mit fünf. Der Antrag scheiterte allerdings aus Gründen des Brandschutzes.

Das Areal unmittelbar um die Kirche herum ist als Bodendenkmal eingetragen. Bemerkenswert: Nachgewiesen ist etwas südlich des Plangebiets eine Siedlung aus vorrömischer Zeit, auch römische Münzen wurden dort schon gefunden.

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