Senden Sendener Bürgermeister stellt Pläne für Webereigelände vor

Senden / NIKO DIRNER 02.07.2013
Die Stadt Senden hat derzeit keine günstigen Unterkünfte, sagt Bürgermeister Baiker. Um das zu ändern, will er an der Illerstraße vier Häuser bauen.

Erst dieser Tage ging wieder ein Hilferuf im Sendener Rathaus ein. Die Diakonie fragte an, ob die Stadt für zwei von der Zwangsräumung bedrohte Familien eine Unterkunft stellen könne. Doch Bürgermeister Kurt Baiker musste bedauernd ablehnen, wie er gestern in einem Pressegespräch sagte: "Wir haben nichts." Die Stadt habe keine freien und günstigen Wohnungen verfügbar. Das wolle er jetzt ändern, sagte der Bürgermeister.

Sein Vorschlag: Die Stadt baut auf dem Webereigelände auf dem Parkplatz an der Illerstraße, mithin auf eigenem Grund, drei bis vier Gebäude mit bis zu 100 Wohnungen. Diese Wohnungen würden schon heute dringend gebraucht, weil pro Woche bis zu drei Anfragen nach einer günstigen Unterkunft eingingen. Und sie würden in Zukunft noch mehr gefragt sein: Immer mehr ältere Menschen hätten immer weniger Geld zur Verfügung.

Die Weberei sei ein idealer Standort für "sozialverträgliche Wohnungen", die Baiker nicht mit "Sozialwohnungen" gleichsetzt: Die Innenstadt sei fußläufig zu erreichen, der Seniorentreff nebenan, Freizeiteinrichtungen in der Nähe. Außerdem soll die Webereihalle mit einer sozialen Einrichtung, etwa einem Familienzentrum, gefüllt werden. Die Entstehung eines sozialen Brennpunktes sowie Vandalismus ließen sich mit einer entsprechende Architektur verhindern, sagte Baiker. Gute Beispiele könnten die Stadträte sich bei einer Exkursion anschauen.

Auch über die Kosten hat sich Baiker bereits Gedanken gemacht. Fünf Millionen kalkuliert er für das Projekt. Als Anschubfinanzierung könnte die Kommune den Gewinn aus der so genannten Umlegung für das Neubaugebiet "Am Stadtpark" hernehmen. Bis zu 600 000 Euro müssen die dortigen Grundstückseigentümer an die Stadt überweisen, weil diese auf der Fläche bei Wullenstetten den Bebauungsplan umgesetzt hat. Der Rest ließe sich außerhalb des Haushalts über die öffentlich-rechtliche Finanzierungsgesellschaft Bayerngrund finanzieren. Die Zinsen seien derzeit so niedrig wie selten. Nach 15 Jahren seien die Gebäude abbezahlt. "Und dann verdient die Kommune damit." Das habe ein Gespräch mit Helmut Mildner erbracht, dem Geschäftsführer der Neu-Ulmer Wohnungsbaugesellschaft Nuwog. Den hatten die SPD-Stadträte und Baiker kürzlich besucht. Ein weiteres Ergebnis aus dieser Unterredung: Eine Sendener Wohnungsbaugesellschaft wäre wegen des großen Verwaltungsaufwands zu teuer. Der eigene Wohnungsbau ließe sich günstiger über die Kämmerei mit abwickeln. Sein Vorschlag solle ein "Signal" sein, er wolle "Aufbruchstimmung erzeugen", sagte Baiker. Noch vor der Sommerpause werde er seine Idee in den Bauausschuss einbringen.

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