Verhandlung Sechsfacher Einbrecher erhält Bewährungsstrafe

Memmingen/Senden / Patrick Fauß 23.12.2017

Tore, Türen oder ein Fenster seien stets offen gestanden, sodass ihm das Einsteigen in das Gebäude leicht fiel. Diese Aussage hat ein 26-Jähriger vor dem Amtsgericht Memmingen gemacht. Der Mann hatte im vergangenen Frühjahr und im Sommer bei einer Sendener Firma eingebrochen. Sechs Mal hintereinander. Nun musste sich der 26-Jährige vor Gericht verantworten. Dieses verhängte eine Bewährungsstrafe.

Der Einbrecher erbeute Handys und Bargeld. In der Firma fand er Werkzeug, mit dem er Getränkeautomaten öffnete und dabei hohe Sachschäden verursachte. Seine Beute in Höhe von 2000 Euro will der 26-Jährige zum Kauf von Nahrungsmitteln verwendet haben.

Im Wald gelebt

Zu den Tatzeiten lebte der Mann im Wald, war Hartz-IV-Bezieher. Seit seiner Festnahme vor vier Monaten saß er in Untersuchungshaft. Richterin Katrin Krempl versuchte herauszufinden, ob bei dem Angeklagten eine positive Sozialprognose, Voraussetzung für eine Bewährungsstrafe, gestellt werden könne. Eine feste Beziehung oder ein fester Wohnsitz wären dafür wichtig. Mit beidem konnte der Angeklagte nicht dienen. Während seiner Untersuchungshaft habe er aber die Zusage erhalten, in einem Wohnheim der Caritas unterzukommen. Dort könne er im Fall einer Haftentlassung leben.

Die Staatsanwaltschaft forderte ein Jahr und neun Monate Haft ohne Bewährung. Verteidiger Alexander Kühne wies darauf hin, dass sein Mandant zum ersten Mal im Gefängnis sitze. Diese Erfahrung habe einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Kühne forderte ein Jahr auf Bewährung.

Richterin Krempl legte das Urteil auf eineinhalb Jahre fest. Unter anderem wegen der unklaren Wohnverhältnisse verhängte sie mit vier Jahren eine lange Bewährungszeit. Zudem soll der Angeklagte 250 Stunden sozialen Dienst ableisten.

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