Lernen Senden: Schüler besuchen Bauernhof

Die Schüler sind mit Feuereifer dabei, wenn es darum geht die Kühe zu füttern. Die Tiere können sich dagegen nicht entscheiden, was interessanter ist: das Futter oder eine Kamera.
Die Schüler sind mit Feuereifer dabei, wenn es darum geht die Kühe zu füttern. Die Tiere können sich dagegen nicht entscheiden, was interessanter ist: das Futter oder eine Kamera. © Foto: Benjamin Merkle
Senden / Benjamin Merkle 14.07.2018

Kinder sind nicht auf den Kopf gefallen. Den meisten ist natürlich völlig klar, dass Kühe keine lila Flecken auf ihrem Fell haben. Eine Kuh persönlich zu treffen, ist aber trotzdem etwas Besonderes.

Das Projekt „Landfrauen machen Schule“ bringt Grundschülern die Landwirtschaft näher. So besuchten Kinder in den vergangenen Jahren diverse Bauernhöfe in der Region. Unterstützt wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

Jedes Jahr dürfen sechs Klassen einer Grundschule an der Aktion teilnehmen. Neben dem Besuch auf einem echten Bauernhof werden auch in der teilnehmenden Schule Projekte angeboten. In diesem Jahr haben die Schüler der Grundschule Senden-Ay gemeinsam mit der Ernährungsfachfrau Andrea Wenzel Butter hergestellt. Als Ausflugsziel ist der Milchbetrieb der Familie Ade in Gerlenhofen also optimal. Hier wird den Kindern gezeigt, wo die Milch überhaupt herkommt.

„Mir ist es wichtig dass unsere kleinen Besucher verstehen, dass Milch nicht einfach so im Regal steht. Außerdem muss eine Kuh in regelmäßigen Abständen Kälbchen gebären, damit sie überhaupt Milch gibt“, sagt die Milchbäuerin Christiane Ade. Die 46-Jährige führt die Schüler  über ihren Hof – und das, obwohl sie eigentlich gelernte Krankenschwester ist und erst durch ihren Mann zur Landwirtschaft kam.

Nach einem kurzen Besuch bei den Kälbern geht es in den großen Milchviehstall, wo die Kinder lernen, was Kühe eigentlich fressen und die großen Milchlieferanten selbst mit Heu füttern dürfen – mit sichtlicher Begeisterung. Danach teilen die Kinder sich in Gruppen auf und erkunden den Bauernhof. Eine Gruppe schaut zum Beispiel den Kühen Glatzi und Waldhorn zu, wie sie gemolken werden. Ein weiteres Highlight sind die Kätzchen, die überall auf dem Bauernhof auf Entdeckungstour sind.

„Für Kinder sind Kühe riesig, da müssen die sich erst mal überwinden“, sagt Christiane Ade. „Aber Kühe sind sehr ruhige Tiere und dazu noch Vegetarier. Da braucht man keine Angst haben. Und das merken Kinder ziemlich schnell.“ Dass nicht nur die Kinder von dem Projekt begeistert sind zeigt sich in der breiten positiven Resonanz. Mittlerweile bekommen die Landfrauen schon Anfragen von Schulen, die gern das Angebot in Anspruch nehmen würden. Anfragen für nächstes Jahr gibt es auch schon.

Von Glatzi, Brauni und Waldhorn

Kühe Etwa 50 Milchkühe und nochmal die gleiche Anzahl an weiblichem Nachwuchs leben auf dem Bauernhof der Familie Ade in Gerlenhofen. Jede Kuh gibt pro Tag rund 20 Liter Milch. Nach dem ersten Melken bekommen die Tiere einen Namen. Der Anfangsbuchstabe ist dabei derselbe wie bei der Mutter. Die Mutter von Kuh Glatzi muss also auch einen Namen gehabt haben, der mit G beginnt.

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