Verwaltung Senden verliert eine wichtige Mitarbeiterin

Stadtbaumeisterin Manuela Huber zieht es weg von Senden.
Stadtbaumeisterin Manuela Huber zieht es weg von Senden. © Foto: Stadt Senden
Senden / Niko Dirner 06.12.2018

Arg viel ungünstiger könnte der Zeitpunkt nicht gewählt sein: Mit der Neukonzeption des Flächennutzungsplanes, der Entwicklung eines Sanierungsgebietes und der Überarbeitung zahlreicher Bebauungspläne ist derzeit so viel Stadtentwicklung wie selten zuvor in Senden geboten. Und jetzt nimmt Stadtbaumeisterin Manuela Huber ihren Hut, oder, wie es korrekt heißt: Sie hat einen Antrag auf Versetzung ans Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben gestellt, dem Bürgermeister Raphael Bögge entsprochen hat.

Die offizielle Lesart ist, dass Huber „die Chance ergriffen hat, sich beruflich weiterzuentwickeln“, wie es Bögge formuliert. Stadträte erzählen freilich, dass er und Huber zuletzt nicht mehr so gut miteinander ausgekommen sind. Bekannt ist zudem seit der Sitzung des Hauptausschusses in der vergangenen Woche, dass die Bauverwaltung am Anschlag arbeitet, dass zahlreiche Aufgaben mangels Personal nicht erledigt werden können. Huber selbst äußerte sich auf Anfrage nicht zu ihren Gründen.

In der Pressemitteilung der Stadt steht, dass die 45-Jährige im Frühjahr 2019 in Krumbach für die Förderinitiative „Innen statt Außen“ zur Stärkung der Dorfkerne im Rahmen der Dorferneuerung zuständig wird. „Eine Aufgabe, von der die gebürtige Aufheimerin zutiefst überzeugt ist.“

Huber wird mit den Worten zitiert:  „In der Zeit bei der Stadtverwaltung Senden durfte ich viele wichtige Projekte begleiten und habe dabei sehr viel gelernt. Es war und ist jedoch immer mein Bestreben gewesen, mich weiter zu entwickeln, weiter zu lernen.“ Bögge sagt: „Mit Frau Huber verliert die Stadt eine engagierte und kompetente Stadtbaumeisterin. Wir nehmen ihren Entschluss mit Bedauern zur Kenntnis und danken ihr sehr herzlich für vier Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit.“ Die Stadt werde „zu gegebener Zeit“ die Nachfolge bekannt geben. Auf Anfrage sagte der ausgebildete Diplom-Geograph Bögge gestern, sollte es eine Vakanz geben, würde er die Aufgabe wie schon nach seiner Wahl 2014 übergangsweise übernehmen.

Um die Bauverwaltung zu entlasten, hat der Stadtrat am Dienstag gegen den Willen des Bürgermeisters eine von ihm ausgeschriebene 70-Prozent-Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bauverwaltung zugeschlagen. Der Bürgermeister hatte diese Stelle vorige Woche ausgeschrieben, nachdem ihm der Stadtrat verwehrt hatte, einen externen Pressedienstleister zu beauftragen (wir berichteten).

Der Abstimmung voraus gingen deutliche Worte, etwa von Bernd Bachmann. Er habe das Gefühl, sagte der SPD-Stadtrat, als sei Bögge die von ihm „mitverschuldete Überlastung“ seiner Mitarbeiter „egal“. Anstatt jemanden für die Bauverwaltung zu suchen, wolle Bögge einen Sprecher „für gute Presse als Bürgermeister für die anstehende Kommunalwahl“. Er agiere offenbar nach dem Motto: „Bögge first, und der Rest ist mir egal.“

Weitere Stellen, etwa je eine Vollzeitkraft für den Geschäftsbereich Schulen und für die Abteilung Finanzen, die der Stadtrat nach einer Empfehlung des Hauptausschusses eigentlich beschließen sollte, vertagte dieser in die Etatberatungen 2019.

Bögge kommentierte gestern diese Entscheidung: Hätte der Stadtrat am Dienstag beschlossen, dass es die Stellen 2019 geben soll, hätte er diese schon mal ausschreiben können. „Es ist unredlich, das in die Zeit zu setzen.“

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