Verkehr Senden stärkt die Radfahrer

Senden stärkt Radfahrer.
Senden stärkt Radfahrer. © Foto: Fotolia
Senden / Niko Dirner 17.05.2018
In der Stadt werden fünf Strecken ausgewiesen, auf welchen Fahrzeuge nicht mehr Vorrang haben. Was das konkret bedeutet.

Senden soll Fahrradstadt werden. So lautet eines der Impulsprojekte, die mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) umgesetzt werden sollen. Und dabei ist die Stadt am Dienstagabend nach Einschätzung nicht nur von Bürgermeister Raphael Bögge einen großen Schritt vorangekommen. In Einzelabstimmungen beschlossen die Mandatsträger auf Vorschlag der Grünen fünf Straßen in der Innenstadt in Fahrradstraßen umzuwandeln. Auf solchen Strecken haben Fahrradfahrer immer Vorrang vor Fahrzeugen.

Zum Paket gehören auf der West-Ost-Achse bis zum Bahnhof die Dillmannstraße, die Ruländerstraße und die Schillerstraße sowie in selber Richtung zwischen See- und Hallenbad bis zum Kreisel Kemptener Straße die Wielandstraße und die Straße „Zum Baggersee“. Wobei es auf erster Route kleine Unterbrechungen gibt beim Übergang etwa von der Dillmann- in die Ruländerstraße.

Keine Mehrheit gab es dafür, auch in der Illerstraße und der Erich-Rittinghaus-Straße einen Vorrang für Radler einzuführen. Ebenfalls beschlossen die Stadträte, dass bei der bevorstehenden Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes vorneweg eingeplant werden soll, wie der Radverkehr von der Schillerstraße bis zum Bahnübergang fortgeführt werden soll.

Neue Fahrradstraße ab Dillmannstraße

Den Abstimmungen vorausgegangen war eine kurze Debatte, in welcher Bedenken vor hohen Folgekosten formuliert – und zerstreut werden konnten. Teure Rotmarkierungen seien nicht verpflichtend, sagte Bürgermeister Raphael Bögge. Es reiche, entsprechende Schilder an beiden Seiten der Straßen aufzustellen. Das wird in Summe rund 5000 Euro kosten. Mit relativ geringem Aufwand ließen sich also effektive Verbesserungen für Radfahrer erreichen, lasse sich Radfahren in Senden attraktiver gestalten, waren sich Grüne und SPD einig. Und, ergänzte etwa Josef Ölberger, CSU, die fünf Fahrradstraßen seien ja nur ein erster Schritt; auch, um Erfahrungen mit diesem Instrument zu sammeln.

Keine Mehrheit für die Illerstraße gab es, weil diese womöglich noch eine wichtige Rolle für die Erschließung des Werberei­areals übernehmen muss. Bekanntlich soll dort Wohnungsbau umgesetzt werden. Bürgermeister Bögge hatte dafür plädiert, hier erst die Untersuchung eines Planungsbüros abzuwarten. Die Erich-Rittinghaus-Straße wiederum flog raus, weil über diese vorwiegend der Verkehr von und zum Gewerbepark-Areal läuft.

Das ist eine Fahrradstraße

Regelung In einer Fahrradstraße haben Radler Vorfahrt vor dem motorisierten Verkehr – was etwa bedeutet, dass sie, anders als auf normalen Straßen, nebeneinander fahren dürfen. Fahrzeuge dürfen überholen, wenn die Radler dabei nicht gefährdet oder behindert werden. Es gilt Tempo 30. Auch parken ist weiterhin möglich, wenn die Fahrradstraße mit den Schildern „Anlieger frei“ oder „Kfz frei“ gekennzeichnet ist.

Vorreiter In Ulm sind Zeitblom-, Wörth- und Schülinstraße als Fahrradstraßen ausgewiesen. Zuletzt kam die Zeitblomstraße dazu, die parallel zu Karl- und Olgastraße verläuft. Neu-Ulm hat die Schießhausallee zur Fahrradstraße gemacht. Um die Sicherheit zu erhöhen, wurde die Kreuzung Schützenstraße/Schießhausallee umgebaut. In Senden ist das nicht geplant, weil es laut Grünen an den Übergängen keine Probleme gibt.

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