Jetzt aber wirklich: Das See- und Hallenbad in Senden bleibt über den Sommer geschlossen. Nachdem der Stadtrat diesen Beschluss schon Ende Juni gefasst hatte, wurde das Thema am Dienstag nochmal ausgerollt. Der Grund: Im Juni war beschlossen worden, die Zeit mit den Corona-Einschränkungen für die Sanierung des Außenbeckens zu nutzen. Inzwischen hat sich allerdings herausgestellt, dass dieser Plan nicht aufgeht. Denn die Arbeiten müssen auf möglichst kleine Pakete verteilt ausgeschrieben werden. Und das ist frühestens im September möglich. „Wenn alles gut läuft, können wir Anfang nächsten Jahres bauen“, sagte Stadtbaumeister Jörn Marx.

Waldbaggersee als Alternative

Damit ist die Grundlage für den Beschluss entfallen, und der Stadtrat hat nochmal über eine mögliche Öffnung des Freibadbereichs diskutiert – und zwar recht kontrovers. „Das Freibad in den Ferien geschlossen zu halten, ist den Sendener Bürgern nicht zuzumuten“, sagte Edwin Petruch (Freie Wähler). Das sah Gunter Böckeler (CSU) anders. Die Freibadsaison gehe noch vier, höchstens sechs Wochen. „Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.“ Zumal es mit dem Waldbaggersee eine „hervorragende Alternative“ gebe, ergänzte Georg Schneider (SPD). Dort sei es aber auch oft ziemlich voll, entgegnete Helmut Meisel (Grüne), der sich ebenfalls für die Öffnung aussprach. „Wir müssen den Kindern, die jetzt vermehrt zuhause bleiben, etwas anbieten.“

Personelle Schwierigkeiten

Eine Öffnung wäre aber nur unter Einhaltung aller Hygieneregeln möglich, es dürften maximal 640 Badegäste aufs Gelände. Außerdem wäre das personell schwer zu stemmen: Nach dem Beschluss im Juni waren die Mitarbeiter aufgefordert worden, ihren Jahresurlaub weitestgehend zu nehmen, damit später der Betrieb in Hallenbad und Eislaufanlage ohne Engpässe starten kann. Darum wäre im Freibad maximal eine Fünf-Tage-Woche möglich gewesen, sagte Walter Gentner von der Verwaltung. „Mehr ist nicht machbar.“ Am Ende stimmten 12 Stadträte für die Öffnung, 16 dagegen.