Weißenhorn Schwierigkeiten mit Alarmierung in einigen Weißenhorner Stadtteilen

Ein Gewittersturm zog am 4. August über die Region hinweg. Die Feuerwehren im Landkreis waren an dem Tag im Großeinsatz. Foto: Matthias Kessler
Ein Gewittersturm zog am 4. August über die Region hinweg. Die Feuerwehren im Landkreis waren an dem Tag im Großeinsatz. Foto: Matthias Kessler
Weißenhorn / CARSTEN MUTH 31.08.2013
In einigen Weißenhorner Stadtteilen funktioniert die Alarmierung der Feuerwehr offenbar nur ungenügend. Grund sollen technische Schwierigkeiten sein. Bürgermeister Fendt zeigt sich überrascht.

Stell dir vor, es brennt - und die Feuerwehr kommt nicht. Das ist in den Weißenhorner Stadtteilen Biberachzell, Ober- und Unterreichenbach bislang zwar noch nicht vorgekommen. Wenn aber nicht bald etwas geschieht, könnte es tatsächlich so weit kommen. Davon jedenfalls ist Franz Dirr, CSU-Stadtrat in Weißenhorn überzeugt. Der Oberreichenbacher berichtet von gravierenden Alarmierungsproblemen in den Ortsteilen und "unerträglichen Zuständen".

Dirr bezieht sich auf den Einsatz nach dem Unwetter vor vier Wochen. Eine Gewitterfront hatte am 4. August eine Schneise der Verwüstung in der Region geschlagen. Bäume wurden entwurzelt, Keller liefen voll (wir berichteten). In besagten Weißenhorner Stadtteilen fiel der Strom aus, weil Bäume auf eine Freileitung gestürzt waren. Zudem gab es stundenlang keinen Handyempfang. "Es war anfangs unmöglich, zu alarmieren." Der Einsatz der Feuerwehren sei am 4. August nur mit Verzögerung erfolgt. Die Einsatzkräfte waren unter anderem an der Suche nach drei verunglückten Paraglidern beteiligt.

Das Problem ist alles andere als neu, sagt Dirr. Schwierigkeiten mit der Alarmierung in den Stadtteilen habe es auch nach einem Unwetter im vergangenen Jahr gegeben. "Wir müssen da unbedingt Abhilfe schaffen. Sonst stehen Menschenleben auf dem Spiel." Der CSU-Stadtrat schlägt vor, umsturzgefährdete Bäume in der Nähe von Stromleitungen zurückzuschneiden oder gegebenenfalls zu fällen, damit diese keinen Schaden anrichten könnten.

Alwin Stolz, zweiter Kommandant der Feuerwehr in Biberachzell, bestätigt, dass es am 4. August diesen Jahres Schwierigkeiten gegeben hat. Die Sirene im Ort habe nicht funktioniert, das Handynetz sei zusammengebrochen. Grundsätzlich sei es um den Handyempfang in den Dörfern im Weißenhorner Osten nicht gut bestellt, was logischerweise die Kommunikation und damit eine schnelle Alarmierung erschwere. "Da funktioniert in der Regel nur Vodafone. Die Netze anderer Anbieter nicht. Mehr kann ich dazu nicht sagen", sagt Stolz und verweist auf Fridolin Mayer, den Kommandanten der Biberachzeller Feuerwehr. Dieser war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Im Landkreis Neu-Ulm gab es an dem Unwetter-Tag 300 Einsätze und zusätzlich 12 des Rettungsdiensts. Die Integrierte Leitstelle in Krumbach koordiniert die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst. Sie verzeichnete am 4. August zwischen 13 und 16 Uhr insgesamt 760 Notrufe im Kreis Neu-Ulm. Von Alarmierungsschwierigkeiten in Weißenhorner Stadtteilen sei in Krumbach nichts bekannt, sagt ein Sprecher der Leitstelle.

Der Neu-Ulmer Kreisbrandrat Bernhard Schmidt spricht von strukturellen Problemen, die kleinere Ortsteil-Feuerwehren betreffen. Nicht alle Wehren seien mit Meldeempfängern ausgerüstet, die ohne Stromversorgung funktionieren. Zudem sollten Sirenen-Anlagen mittels Notstromversorgungen gesichert sein. "Dafür ist aber die jeweilige Kommune zuständig." Schmidt betont: Die Versorgung ist in Notfällen dennoch sichergestellt. Denn: Sollte sich eine Feuerwehr binnen fünf Minuten nach der Alarmierung nicht melden, alarmiere die Integrierte Leitstelle in Krumbach umgehend andere Wehren.

Überrascht reagierte der Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt auf die Klagen. "Ich verstehe das nicht", sagte der Rathauschef. Die Alarmierungswege seien bekannt. Zudem gebe ja schließlich auch noch Festnetzanschlüsse. "Wir sind im Gespräch mit den Feuerwehren", sagte der Rathauschef. Die Alarmierung im Notfall müsse selbstverständlich gewährleistet sein. Sollte es diesbezüglich tatsächlich Probleme geben, müssten diese gelöst werden.

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