Wain Schuldenstand verringert

Das 90-jährige Jubiläum des Posaunenchors feierten die Dorfbewohner mit einem Festgottesdienst und einer Serenade vor der Kirche. Auch das von dem Chor traditionell initiierte Seifenkistenrennen stand im September ganz unter dem Eindruck des runden Geburtstags der Posaunisten. Foto: Petra Ast
Das 90-jährige Jubiläum des Posaunenchors feierten die Dorfbewohner mit einem Festgottesdienst und einer Serenade vor der Kirche. Auch das von dem Chor traditionell initiierte Seifenkistenrennen stand im September ganz unter dem Eindruck des runden Geburtstags der Posaunisten. Foto: Petra Ast
Wain / PETRA AST 04.01.2012
Eine Tigergruppe für die Kleinsten, schnelles Internet: Nach einem Jahr im Regelbetrieb steht den Wainern in den kommenden zwölf Monaten einiges ins Haus. Doch auch 2011 war es umtriebig.

"Wie es aussieht, kommen wir bald aus der finanziellen Schieflage heraus", meint Bürgermeister Christian Schlenk und man sieht ihm die Erleichterung über die wieder gefülltere Gemeindekasse an. Der Schuldenstand des Verwaltungshaushaltes sank in zwölf Monaten bis zum Dezember 2011 um 250 000 Euro auf rund eine Million Euro, die in der vertraglich vereinbarten Zeit vollends getilgt werden müssen. Auch bei den kurzfristigen Darlehen, einer Art Überziehungskredit, mit dem der Verwaltungshaushalt in den Krisenjahren 2008/ 2009 ausgeglichen haben werden müsse, verringerte sich der Schuldenstand um 500 000 auf nunmehr 200 000 Euro. Als Folge davon sank die Pro-Kopf-Verschuldung der Wainer auf 675 Euro - ein kurzfristiges Darlehen ist hierbei nicht eingerechnet. Ein Jahr zuvor, 2010, hatte sie noch bei 880 Euro gelegen.

Aussichten, die eigentlich optimistisch stimmen müssten. Doch Schlenk warnt davor, nun euphorisch werden zu wollen: "Der Spielraum für notwendige Investitionen wird 2012 nicht größer, schon wegen des 200 000 Euro hohen Fehlbetrags bei den kurzfristigen Darlehen", stellt er klar. Allerdings, räumt der Bürgermeister ein, könne mittel- bis langfristig wieder mehr Geld für die Entwicklung der Gemeinde ausgegeben werden.

Ohnehin stehen für 2012 zahlreiche Projekte an, in die kräftig investiert werden muss. Spätestens im Herbst soll die Kinderkrippe in den Räumen der Grundschule in Betrieb gehen. Auf dieses Modell hatten sich Schlenk und Gemeinderäte angesichts der Finanzkrise 2008/2009 verständigt. Der Neubau einer Ganztagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren hätte 250 000 Euro gekostet. Der Ausbau der so genannten Tigergruppe in der Grundschule, in der bis zu neun Kleinkinder gleichzeitig betreut werden sollen, kostet voraussichtlich 3000 Euro. Davon bezuschusst sind 18 000 Euro. In den Grundschulräumen müssen hierfür Zwischenwände eingezogen, ein Ausgang geschaffen, ein Sanitärbereich und eine Küche eingebaut werden. "Für diese Umbauten brauchen wir das Geld", erläutert der Rathauschef.

Von Fußgängern und Autofahrern regelrecht herbei gesehnt, soll im Frühjahr auch der bis dato immer wieder verschobene Ausbau der westlichen Schulstraße beginnen. "Die Straße wird dann endgültig saniert", versichert Schlenk. Fertig sein sollen die Belags-arbeiten übrigens rechtzeitig vor dem 40-jährigen Wain-Arriach-Gemeinde-Jubiläum.

Ebenfalls in Betrieb gehen soll im neuen Jahr das schnelle Internet. Die hierfür nötigen Glasfaserkabel werden von Schwendi aus nach Wain verlegt, die Kabelverzweiger im Ort damit vernetzt. Was dann noch fehlt, ist ein Betreiber für das Breitbandnetz. Findet sich ein Unter-nehmen, steigen die Übertragungsgeschwindigkeiten auf 15 bis 20 Mbits pro Sekunde. Vertagt wurden derweil Rathausvorschläge, ein interaktives Webportal für die Bürger der Weihungstal-Gemeinde einzurichten. Mit den Möglichkeiten, die solche Webseiten bieten, wollten sich die Vereine im Ort "noch einmal intensiv beschäftigen", erklärt Schlenk. Feierten die Wainer in dem nun zu Ende gehenden, vergleichsweise ruhigen Dorfjahr das zeitgleiche 90-jährige Jubiläum ihrer Musikkapelle und des Posaunenchores mit Konzerten, einem Festgottesdienst, Weihungs- und Oktoberfest, Seifenkistenrennen, einer Serenade, nicht zuletzt dem Auftritt des Musikkorps der Bundeswehr, und genossen das nach zweijähriger Pause wieder initiierte Dorfbrunnenfest, steht dem Ort im kommenden Jahr ein weiteres Großereignis ins Haus: 40 Jahre währt die Partnerschaft zur österreichischen Gemeinde Arriach. Ein Jubiläum, das unter Beteiligung aller Vereine im Oktober drei Tage lang ausgiebig gefeiert werden soll. Zuvor, vor den großen Ferien, steht Pippi Langstrumpf auf der Bühne des Dorfplatzes. Ein Jahr lang hatte der gleichnamige Verein pausiert. Im Sommer nun sollen die Abenteuer von Pippi erneut in Szene gesetzt werden.

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