Nersingen Schotterweg zur Kirche als Hindernis

Nersingen / OLIVER HEIDER 06.04.2013
An einigen Stellen in Ober- und Unterfahlheim tun sich Rollstuhlfahrer schwer. Der Nersinger Bahnhof wird nicht behindertengerecht umgebaut.

"Die Wege zu den Bushaltestellen in Unterfahlheim sind vorbildlich abgesenkt." Hans Kleffner, Heimfürsprecher des Seniorenzentrums Nersingen, hatte durchaus auch Positives zu berichten. Doch die Mängelliste, die er mit Fotos dokumentiert hatte, war lang. Rund 40 Stellen hält er insgesamt in Ober- und Unterfahlheim für wenig seniorenfreundlich.

Gestern Nachmittag waren er, Bürgermeister Erich Winkler, die Gemeinderäte Sabine Krätschmer und Erich Spann, Mitarbeiterinnen des Arbeitskreises Senioren und die Seniorenbeauftragte Beate Müller in den beiden Nersinger Ortsteilen unterwegs. Aus der Perspektive alter oder behinderter Menschen informierten sie sich über Barrieren.

Kritisch betrachtete Kleffner neben vielen Bordsteinkanten - die laut Spann "in den 70er Jahren gebaut wurden" - und steil abfallenden Wegen zu den Unterführungen vor allem den Zugang zur Kirche in Oberfahlheim. Diese sei für Rollifahrer nur von hinten erreichbar - über einen Schotterweg. "Eine alte Oma, die ihren Mann im Rollstuhl schiebt, hat ein Problem", sagte Kleffner. Er schlug vor, den Weg zu befestigen. Die Zugänge zu Leichenhalle, Kunstmuseum, Gasthof Krone und VR-Bank seien für gehbehinderte Menschen kaum überwindbar. Ob die Banken angeschrieben wurden, fragte Krätschmer. "Nein. Wir wollten warten, bis alle Ortsteile besichtigt sind", sagte Müller. Das ist seit gestern der Fall.

In Straß hatte sich im September gezeigt, dass Hecken teils in den Gehweg ragen, Gehsteige zu schmal sind, abgesenkte Randsteine fehlen und Fahrzeuge, die auf dem Gehweg parken, Probleme hervorrufen. Ende November trat in Nersingen zutage, dass Rollstuhlfahrer am Bahnhof ohne Hilfe schnell an ihre Grenzen stoßen und das Treppchen vorm Fahrkartenschalter ein Hindernis ist. Die Gemeinde kontaktierte die Deutsche Bahn. Ernüchternde Antwort: "Ein barrierefreier Ausbau des Bahnhofes Nersingen ist mittelfristig leider nicht vorgesehen." Die Zahl der Reisenden liege unter 1000 pro Tag. Erst ab dann gebe es Fördermittel vom Bund.

Die Verwaltung will nun eine Dringlichkeitsliste erstellen. Der Gemeinderat soll über die Ergebnisse beraten. Finanzierbarkeit vorausgesetzt soll dann in einigen Fällen rasch Abhilfe geschaffen werden.

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