Sechs Monate lang haben Handwerker auf dem Weißenhorner Schlossplatz gewerkelt. Bagger, Baumaterial und Zäune prägten in dieser Zeit das Bild der 2500 Quadratmeter großen Fläche in der Altstadt. Nach dem Abschluss der Arbeiten ist der Platz am Wochenende eröffnet wurden. Bei einem Essen der Nationen und einem Kinderfest gab es viel Lob für die Neugestaltung des historischen Areals.

Den offiziellen Festakt am Sonntagvormittag besuchten hunderte Weißenhorner sowie Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft. Zum Auftakt der Feierlichkeiten spielte die Stadtkapelle auf, anschließend sprach Bürgermeister Wolfgang Fendt. „Im Herzen Weißenhorns ist ein attraktiver und funktionaler Platz entstanden“, sagte er. Fendt dankte allen beteiligten Firmen sowie der Regierung von Schwaben, die das 1,4 Millionen Euro teure Projekt mit 730 000 Euro unterstützt hat. Der Platz eröffne einen Raum der Begegnung, sei einerseits sehr modern, füge sich aber gleichwohl gut in die historische Bausubstanz ein. „Dieser Umbau ist als Schlusspunkt einer Stadtplanung zu betrachten, die bereits vor Jahrzehnten begonnen wurde.“

 Architekt Robert Kerfers vom ausführenden Planungsbüro Lex-Kerfers schwärmte von der „neuen, guten Stube Weißenhorns“. Der Platz könne vielseitig genutzt werden, für Feste oder für die Außenbewirtung von Gaststätten. Wert habe sein Büro auf den Übergang zum angrenzenden Kirchplatz gelegt: „Es gibt keine Barriere oder Zäsur, sondern einen einfachen und selbstverständlichen Übergang“, sagte Kerfers. Die Segnung übernahm am Ende des Festakts der katholische Stadtpfarrer Bernhard Mooser.

Essen der Nationen

 Bei dem anschließenden Essen der Nationen standen asiatische Gerichte und türkische Teigwaren hoch im Kurs. Viele Besucher entschieden sich auch für eine afghanische Mahlzeit mit Hähnchen, Karotten, Rosinen und Reis, das Mitglieder des örtlichen Helferkreises zusammen mit Asylbewerbern zubereitet hatten. Für Unterhaltung sorgte die Gruppe „Augsburger Geschlechtertanz“: Sie führte auf dem neuen Schlossplatz historische Tänze von Patriziern aus dem 15. Jahrhundert auf. „Durch seine Ebenheit eignet er sich sehr gut als Tanzfläche“, befand die Vorsitzende Kirsten Bokelmann.

 Auch die meisten Weißenhorner Bürger freundeten sich schnell mit dem neugestalteten Platz an. „Er ist gelungen und passt zu unserer Stadt“, sagte Johann Vogel. Nicht komplett zufrieden zeigte sich Franz Hertle. Er vermisste Grünflächen: „Mir sind das zu wenige Bäume.“

Fest in Kinderhand

Gestern Nachmittag war die Stadtmitte fest in Kinderhand: Beim vierten Kinderfest boten Vereine, Verbände und Organisationen an 31 Ständen ein Mitmach-Programm an. Schon kurz nach Beginn strömten die kleinen Weißenhorner auf den Kirchplatz, wo die Rockodiles vom Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium auftraten. Beliebtheit erfreute sich die Kinderdisco der Narrenzunft „Schelmenschinder“ sowie eine Taststation des Kindergartens Nord. Das erste Mal mit dabei waren die Weißenhorn Youngstars – und zwar mit einem Basketball-Wurfwettbewerb.

„Wir sind vollkommen zufrieden mit allen Veranstaltungen “, resümierte Organisator Volker Drastik von der Stadt Weißenhorn.