Oberelchingen / STEFAN CZERNIN Die alte Pracht hat arg gelitten: Schon lange hängt ein großes Wannenmacher-Bild in einem feuchten Raum der Klosterkirche. Es soll gerettet werden.

Über eine schmale Holzstiege geht es hinauf in die ehemalige Bibliothek über der Sakristei der Klosterkirche. Ein großes Gemälde - 2,7 Meter breit, 2,4 Meter hoch - nimmt diesen Raum ein, ein Konventbild des schwäbischen Barockmalers Joseph Wannenmacher aus dem Jahr 1778. Es zeigt Abt Robert I. Kolb umgeben von seinen Mönchen vor einem zum größten Teil von Wolken verdeckten Altar.

Mitgenommen sieht das Wannenmacher-Bild aus. "Es hat alle Schäden, die so ein Gemälde haben kann", erklärte Pfarrer Ralf Gührer. Er war zusammen mit Kreisarchäologe Richard Ambs, Restauratorin Christine Götz, Werner Deubel von der Volksbank Neu-Ulm und Wolfgang Hirmer von der Langenauer VR-Bank zu dem Sorgenfall des Elchinger Klosterschatzes hinaufgestiegen.

4000 Euro spenden die Banken, damit das Konventbild eingehend untersucht und die Schäden detailliert protokolliert werden können. Das ist vor einer umfassenden Restaurierung, die der Verein "Freunde des Klostermuseums" in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt anstrebt, vorgeschrieben.

Unter anderem macht Schimmel der Darstellung des mönchischen Lebens zu schaffen. Kein Wunder: In dem Raum herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. "Das ist kurz vor dem Regenniederschlag", sagte Gührer. Seit einigen Jahrzehnten werde das Bild schon in der ehemaligen Bibliothek aufbewahrt.

Nun wird Restauratorin Götz das Gemälde unter die Lupe nehmen, sich insbesondere die Malschicht genauer ansehen. Sie muss beurteilen, ob das Wannenmacher-Bild aus dem einfachen Rahmen genommen und gerollt werden kann. Sonst passt der Wannenmacher nicht die schmale Treppe hinunter. Ein Fachinstitut wird dann die Voruntersuchung übernehmen.

Christine Götz hat in Oberelchingen bereits drei Gemälde aus dem alten Klosterschatz wieder hergerichtet: eines von Joseph Wannenmacher aus dem Jahr 1773, eine Klosteransicht von 1619 sowie ein Stifterbild. Die Blaubeurerin arbeitet freiberuflich, restauriert Leinwandmalerei und Skulpturen. "Man muss gern unterwegs sein. Und man muss gerne frieren", sagte sie. In den alten Kirchen und Klöstern herrsche oft ein wenig heimeliges Klima.

Wie viel die komplette Restaurierung des Wannenmachers kosten wird, ist noch unklar. Billig werde sie jedenfalls nicht werden, ließ Kreisarchäologe Ambs durchblicken. Der Verein wird weitere Spenden brauchen. Auch wo das große Konventbild schlussendlich hängen wird, ist offen. Ins feuchte Bibliothekszimmer kann es jedenfalls nicht zurück. "Es gibt noch keinen Ort für ein Klostermuseum", erklärte Ambs. Eine Möglichkeit dafür wäre das Grundschulgebäude am Martinstor. Falls diese in das Gebäude der Mittelschule umzieht.