Verein Salut für Böllerschützen

Friedliche Böllerschützen vor einstmals kriegerischer Kulisse: dem Elchinger Schlachtfeld von 1805.
Friedliche Böllerschützen vor einstmals kriegerischer Kulisse: dem Elchinger Schlachtfeld von 1805. © Foto: Barbara Hinzpeter
Elchingen / Barbara Hinzpeter 25.08.2018

Wo immer sie hinkommen, fallen sie auf – nicht nur akustisch. Die Unterelchinger Böllerschützen machen auch optisch was her. „Wir sind die Roten“, sagt Gründungsmitglied Peter Hansmann. Denn anders als die meisten Vereine ihrer Zunft, die in grauen Jacken auftreten, tragen die Unterelchinger rote Westen und ebensolche Janker. Damit orientierten sie sich an den Trachten des Ulmer Winkels, für die  rote Westen obligatorisch seien, erläutert Franz Mayer.

Im September 1998 beschlossen vier Mitglieder der Schützengesellschaft Unterelchingen, eine Böllergruppe zu gründen. Den Ausschlag dazu hatte  der Auftritt der Pfuhler Böllerschützen bei einer Hochzeit in Unterelchingen gegeben. Die Pfuhler leisteten Aufbauhilfe und schulten die Elchinger im Umgang mit Schießgerät und Pulver. Das war Voraussetzung. „Denn wir gehen mit  Schwarzpulver um, und das ist Sprengstoff“, sagt Dieter Hansmann, der schon damals Schussmeister war und heute noch ist. Böllerschützen legen eine Prüfung ab und müssen eine Erlaubnis für den Erwerb und Umgang mit dem Böllerpulver sowie für dessen Beförderung beantragen. Diese Genehmigung muss alle fünf Jahre erneuert werden.

Schützen mit Frauenquote

Die ersten sechs Handböller des Fabrikats „König Ludwig II“ bestellten die Unterelchinger im März 1999. Mittlerweile gehören der Abteilung 19 Aktive an, die aus unterschiedlichen Kalibern sowie einer Kanone schießen. Je nach Vorliebe und Geschmack ihres Besitzers sind Lauf und Schaft der Böller verziert. Die Mitglieder der Abteilung kommen aus Unterelchingen, aber auch aus umliegenden Orten wie Jungingen, Langenau, Leibi und Straß. „Sogar ein Oberelchinger und ein Thalfinger machen bei uns mit“, sagt Dieter Hansmann augenzwinkernd. Dass Böllern nicht nur Männersache ist, ergänzt Peter Hansmann: „Wir haben die Frauenquote eingeführt“ – und momentan zwei weibliche Mitglieder.

Den Böllerschützen geht es darum, ein altes Brauchtum zu pflegen, das wohl schon im 14. Jahrhundert entstand und aufs Salutschießen zurückgeht. Heute lassen es die Unterelchinger bei festlichen Anlässen in Kirche, Gemeinde und Verein krachen. Sie sind beim jährlichen Maibaumstellen mit von der Partie, bei der Proklamation des Schützenkönigs, bei Vereinsfesten sowie Hochzeiten und runden Geburtstagen der Mitglieder. Zahlreiche Plaketten an den reich geschmückten Hüten zeugen von der Teilnahme an Gau-Böllerschützentreffen.

Unvergesslich ist den Unterelchingern ein Auftritt bei einem Trachtenfest auf dem Ulmer Münsterplatz. „Das war sensationell“, sagt Dieter Hansmann. Und ziemlich sicher einmalig – „denn es war schon sehr laut“. Leise wird’s auch nicht, wenn sich am Sonntag in einer Woche 17 Gruppen mit 109 Hand- und Schaftböllern sowie sechs Kanonen beim Gauschützentreffen in Oberelchingen aufgestellt haben. Erwartet werden mehr als 100 Schützen aus der näheren Umgebung und aus dem Allgäu. Nach einem gemeinsamen Salutschuss stellen sich die Vereine vor, bevor sie nach einer genau festgelegten Schussfolge in Reihen feuern. Ort des Geschehens ist übrigens das Feld, auf dem 1805 die denkwürdige Schlacht von Elchingen geschlagen wurde. Der Platz ist laut Dieter Hansmann gleichermaßen geeignet für Schützen und fürs Publikum.

Zahlreiche Gäste aus 17 Vereinen erwartet

Termin Die Unterelchinger Böllerschützen feiern ihr 20-jähriges Bestehen am Sonntag, 2. September, im Konstantin-Vidal-Haus (Oberelchingen). Erwartet werden Gäste aus 17 Vereinen. Um 10.30 Uhr ist Festauftakt mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche Oberelchingen. Nach dem Mittagessen stellen sich die Böllerschützen an der Klosterstraße Richtung Unterelchingen auf, von 14 Uhr an knallt es. Anschließend wird im Konstantin-Vidal-Haus weitergefeiert.

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