Bildung Safari mit der Becherlupe

Mit Keschern ging es auf Pirsch nach Bachflohkrebsen und Co.
Mit Keschern ging es auf Pirsch nach Bachflohkrebsen und Co. © Foto: Barbara Hinzpeter
Elchingen / Barbara Hinzpeter 14.06.2018

Die Tiere sind so schön“, sagt Melina. Gemeint sind weder Katzen noch Hunde oder Pferde, sondern unscheinbare Winzlinge wie Käfer, Kaulquappen und Libellen- oder Eintagsfliegen-Larven. Auch Emirhan ist beeindruckt von den Larven: „Sie sind so zart.“

Viertklässler aus Ober- und Unterelchingen dürfen seit vielen Jahren einen Tag lang an Bach, Teich und See forschen – fachkundig angeleitet von den Mitgliedern des Fischereivereins Elchingen. Sie zeigen den Kindern, dass es unter der Wasseroberfläche nur so wimmelt. Dabei lernen die Mädchen und Buben die unterschiedlichen Lebensräume am stehenden und fließenden Gewässer sowie deren Bewohner kennen.

Wasserspinnen und Babymolche

Mit Keschern und Sieben fangen sie beispielsweise Wasserspinnen und „Babymolche“ am Teich. Der Schlamm am stehenden Gewässer ist für manche Kinder gewöhnungsbedürftig. Aber es sei immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sie im Lauf des Vormittags die Scheu ablegen und immer wissbegieriger werden, sagt Felix Bollinger. Ganz begeistert ist Maxime aus Unterelchingen. Sie hat am Bach einen Strudelwurm gefangen und ein paar Bachflohkrebse.

Die gibt es an diesem Tag „ohne Ende“, wie Hans Foh sagt. „Wir haben einen Rückenschwimmer gefunden“, verkündet Heli aus Oberelchingen ganz aufgeregt. Die große Sensation misst nur ein paar Millimeter. Jeder „Fang“ landet im Eimer und wird anschließend unter Becherlupen genauer betrachtet.

Den Kindern die Augen zu öffnen für die Vielfalt des Lebens im Wasser und sie damit auch an den Naturschutz heranzuführen, gehört zu den Zielen der Fischer. Sie lenken das Augenmerk der Kinder auf alles, was am und im Wasser lebt. Dazu haben sie auch in diesem Jahr wieder etliche Anschauungsexemplare der großen Fische aus heimischen Gewässern gefangen und in den Bassins beim Vereinsheim ausgestellt.

Etwa zwölf Vereinsmitglieder sind im Einsatz für die Naturkunde-Stunden. Einige sind Rentner, andere opfern einen Urlaubstag oder Überstunden. Im Vorfeld haben sie die Zugänge zu den Gewässern gemäht – und „Blasi“, den gemeindeeigenen  ausgestopften Biber, am Bach platziert. Der ganze Vormittag sei  „super-mega-gut“, sagt Heli über den anschaulichen Unterricht. Und die Erfahrung lehre, dass er auch nachhaltig sei, ergänzt Gertrud Finkbeiner, Rektorin der Grundschule Unterelchingen. Die Kinder erzählten immer wieder und noch lange von der Exkursion zu den Elchinger Fischern.

Frischer Fisch fürs Elchinger Kloster

Tradition Die Fischerei in Elchingen hat eine lange Tradition: Sie datiert aus dem 16. Jahrhundert, als vom Abt Thomas Holl eine Fisch- und Fangordnung an der Donau für die Klosterfischer erlassen wurde, heißt es auf der Webseite des Vereins. Damals fischte man mit Netzen und Reusen und versorgte das Oberelchinger Kloster.

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