Senden Riesen-Zoff um Bahnquerung am Sendener Bahnhof

Senden / NIKO DIRNER 01.08.2013
Misstrauen überall: Dass ein provisorischer Steg über die Bahn kaum eher machbar sein soll wie ein Tunnel, wollten die Sendener Räte nicht glauben.

"Ich will das schriftlich mit einer Unterschrift des Ingenieurs." Theodor Walder (CSU) machte am Dienstag im Stadtrat klar, was Bürgermeister Kurt Baiker dem Gremium zur Querung der Gleise am Bahnhof liefern sollte. Zuvor hatte Helmut Meisel (Grüne) gen Baiker gezürnt: "Sie enthalten uns Informationen vor." Der wies das zurück: Was Andreas Schmidt vom Münchner Büro Pöyry soeben vorgestellt habe, seien erste Entwürfe, Details gebe es zu ausgefeilteren Plänen.

Anlass für die Diskussion war ein auf Drängen der CSU zustande gekommener Auftrag an die Verwaltung, sowohl die Kosten für eine Unterquerung der Gleise wie auch für einen provisorischen Steg ermitteln zu lassen. Letzteres wird in der Hoffnung angestrebt, zum Start des neuen Halb-Stunden-Takts von und nach Ulm eine Ost-West-Querung für die Pendler schaffen zu können. Denn die Bahnschranke wird ab Dezember fast nur noch zu sein.

Schmidt hatte berichtet, der Steg sei zwar mit 1,2 Millionen Euro günstiger als der Tunnel mit 2 Millionen Euro, aber auch erst 2018 und damit nur ein halbes Jahr vor dem Tunnel fertig. Denn die Genehmigungs-, Abnahme- und Planungsprozesse von Deutscher Bahn und Eisenbahnbundesamt für Querungen seien für einen provisorischen Gerüststeg fast gleich wie für einen festen Tunnel. Die Räte wollten das nicht recht glauben, Walter Wörtz (CSU): "Wir wollen ein Provisorium, die Verwaltung will offenbar kein Provisorium, das ist das Problem." Nach einem ihm vorliegenden Angebot der Firma Peri sei so ein Gerüststeg für 200.000 Euro machbar. Schon, sagte Dirk Miethke vom Bauamt, dazu kämen aber Kosten für die Fundamente, die Beleuchtung, die Aufzüge und vieles mehr.

Letztlich war nur Baiker dagegen, den Stadträten weitere Daten und Fakten auf den Tisch zu legen.

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