Infrastruktur Rettungsanker fürs Seebad?

Niko Dirner 11.08.2018

Wenn das Sendener See- und Hallenbad nicht untergehen soll, muss es schnell gehen: Bis zum 31. August hat die Stadt Zeit, die notwendigen Modernisierungen von Außenbecken und Rutschenturm beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen, Sport, Jugend und Kultur“ (BBSR) anzumelden. Damit das klappt, beruft die Stadtverwaltung am 21. August den Ferienausschuss ein. Das hat Bürgermeister Raphael Bögge gestern mitgeteilt.

Im BBSR stehen 100 Millionen Euro bereit, um kommunale Einrichtungen herzurichten – gedacht ist das Programm vor allem für Sportstätten, Schwimmhallen und Freibäder werden explizit als Schwerpunkte genannt. Eine Voraussetzung lautet, dass die Arbeiten zügig umgesetzt werden können – das kann Senden gut erfüllen, liegen die Pläne doch in der Schublade. Der Bund übernimmt im BBSR 45 Prozent der Kosten, 55 Prozent muss die Kommune übernehmen. Bezogen auf Senden wäre das bei geschätzten Kosten von 2,3 Millionen für das Außenbecken und 900 000 Euro für den Rutschenturm, ein Zuschuss von 1,4 Millionen Euro. Bedeutete aber auch: 1,8 Millionen Euro müsste die Stadt selbst bezahlen.

Bögge sagt, er hoffe auf eine „sachliche Diskussion“ im Ferienausschuss, um über das Förderprogramm „doch noch zeitnah eine Sanierung des Hallenbades zu ermöglichen“. Wie berichtet, hatte er dafür plädiert, die Investitionen einige Jahre zu verschieben, bis sich die Kassenlage erholt hat. Risiko dabei wäre aber, dass Außenbecken oder Rutsche von heute auf morgen und dann auf lange Sicht nicht mehr nutzbar wären. Zustimmen  soll nach dem Ferienausschuss dann auch der Stadtrat nach der Sommerpause – am 11. September. Das Geld aus dem BBSR soll bis Dezember 2018 überwiesen werden.

Zusätzlich Landesmittel?

Der Bürgermeister lässt durchblicken, dass er eine weitere Zuschussmöglichkeit im Blick hat: das bayerische Förderprogramm für Schwimmbäder. Dieses ist bislang allerdings nur angekündigt, nicht umgesetzt. Aus dem Finanzministerium heißt es auf Anfrage, eine gemeinsame Arbeitsgruppe auch mit dem Innenministerium und den vier kommunalen Spitzenverbänden wolle bis zum Doppelhaushalt 2019/2020 diese Möglichkeit prüfen.

Die Ideen von Planer, Stadt und Förderverein

Varianten Drei Vorschläge liegen für den ersten Sanierungsbaustein des See- und Hallenbades – sprich für Außenbecken und Rutschenturm – auf dem Tisch. Das Traumbad: Ganz neues Becken mit der Möglichkeit, im Winter eine Hälfte nutzen zu können; vorgestellt von Planern im Auftrag der Stadt; Kosten: 2,3 Millionen Euro. Das Geheimbad: Abgespeckte und damit günstigere Version, die bisher nicht präsentiert worden ist. Die Stadträte hatten das Thema vorher vertagt; Kosten: wohl knapp unter 1 Million Euro. Das Stahlbad: Außenbecken in Edelstahl; vom Förderverein des See- und Hallenbades vorgestelltes Angebot einer Fachfirma; Kosten: 740 000 Euro.

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