Senden Rettern aus tiefstem Herzen gedankt Muslim Khedir drohte im See zu ertrinken

Retter und der Gerettete (vorn, von links): Natalie Schuler, Muslim Khedir, Luigi Palmieri und Marcel Rieger. Hinten die Polizisten Markus Kuhn und Thomas Merk. Foto: Cluadia Schäfer
Retter und der Gerettete (vorn, von links): Natalie Schuler, Muslim Khedir, Luigi Palmieri und Marcel Rieger. Hinten die Polizisten Markus Kuhn und Thomas Merk. Foto: Cluadia Schäfer
Senden / CLAUDIA SCHÄFER 05.07.2013
Seit dem 13. Juni kann Muslim Khedir zwei Mal im Jahr Geburtstag feiern: An diesem Tag retteten ihn drei Leute am Sendener See vor dem Ertrinken.

Luigi Palmieri hat die Ereignisse des sonnigen Donnerstagnachmittags noch nicht verdaut. Mit Freundin Nina Reinhardt genoss der Ulmer einen Tag am Sendener Waldbaggersee, als ihn Schreie aufschreckten. Er habe an herumalbernde Schwimmer gedacht, erinnert er sich. Zumal die vielen anderen Badegäste, die viel näher am Wasser waren, nicht reagierten. Seine Freundin habe ihn gedrängt, nachzusehen, erzählt er. Auf Anhieb habe er gesehen, dass rund zehn Meter vom Strand entfernt ein Mensch kurz vor dem Ertrinken war: "Ich hab ihn nur noch kurz gesehen, als ich reingesprungen bin, dann war er unter Wasser." Palmieri schwamm zu Muslim Khedir und konnte den jungen Mann gerade noch packen. Mühsam zog der 34-Jährige den inzwischen Bewusstlosen in Richtung Ufer. Bevor ihn selbst die Kräfte verließen, halfen ihm die Sendener Natalie Schuler und Marcel Rieger. Fünf Tage musste Khedir im Krankenhaus bleiben, inzwischen geht es ihm gut.

Gestern nutzte der 22-jährige Asylbewerber aus Afghanistan ein Treffen in der Sendener Polizeistation, um sich bei seinen Rettern zu bedanken. Er erinnere sich nicht an den Vorfall, aber er wolle "allen aus tiefstem Herzen Dank sagen". Er könne zwar schwimmen, habe sich aber wohl überschätzt. Auch der stellvertretende Dienststellenleiter Thomas Merk bedankte sich bei den Rettern. Es sei um Sekunden gegangen. Dass von den direkten Augenzeugen keiner geholfen hat, kann Nina Reinhardt nicht verstehen. Ebenso wenig, dass sich der Kioskbesitzer auf ihren Zuruf hin weigerte, den Notarzt zu rufen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel