Gericht Prozess gegen Taxifahrer eingestellt

Eine Taxifahrt im Kreis Neu-Ulm ist unglücklich verlaufen. dpa
Eine Taxifahrt im Kreis Neu-Ulm ist unglücklich verlaufen. dpa © Foto: Axel Heimken/dpa
Kreis Neu-Ulm / Bianca Frieß 14.08.2018
Eine Betrunkene übergab sich in einem Taxi. Wurde der Fahrer aggressiv? Aussagen im Neu-Ulmer Amtsgericht widersprechen sich.

Das Verfahren gegen einen Taxifahrer vor dem Amtsgericht Neu-Ulm ist eingestellt worden – die Aussagen zu dem Vorfall widersprechen sich. Der 50-Jährige aus dem Kreis Neu-Ulm war wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Was ist passiert?

Es ging um einen Vorfall am 1. Mai 2018: Der Taxifahrer hat in der Nacht eine 24-Jährige und deren guten Freund bei einer Kneipe im Kreis Neu-Ulm abgeholt. Die beiden waren betrunken. Nachdem die junge Frau sich im Taxi übergeben hatte, hielt der Fahrer an. Er soll die 24-Jährige am Kragen aus dem Auto gezogen haben. Dann sei er über den Randstein gestolpert und mit ihr hingefallen, heißt es in der Anklage. Dabei wurde die 24-Jährige verletzt, litt etwa an Kopf- und Nackenschmerzen. Sie selbst stellte die Situation noch drastischer dar: „Er hat mich am Hals gepackt, mich mit dem Kopf auf den Boden geschmettert.“ Ihr Freund rief schließlich die Polizei.

Wieso sie sich überhaupt übergeben musste? „Das war eine Mischung aus der Fahrweise und dem Alkohol“, sagte sie. In der Kneipe habe sie Wein getrunken. Wie viel genau? „Zu viel.“ Übel sei ihr da aber noch nicht gewesen. Erst, nachdem der Taxifahrer rabiat durch einen Kreisverkehr gefahren sei. Dann musste sie sich plötzlich erbrechen. Der Fahrer sei daraufhin aggressiv geworden. „Er war wirklich sauer.“ Der 50-Jährige wiederum sagte dasselbe über seinen Fahrgast: „Die Frau und ihr Freund waren aggressiv betrunken.“ Beim Warten auf die Polizei habe die 24-Jährige ihm auch noch seine Zigarette weggenommen und selbst geraucht.

Taxifahrt unglücklich verlaufen

Im Großraumtaxi saßen auch andere Fahrgäste, die eine ähnliche Strecke hatten. „Ich wollte nur noch heim“, sagte ein 27-Jähriger. Dann fing aber der Streit an. Den Fahrer habe er als verhältnismäßig ruhig wahrgenommen. Die Aggression sei vor allem von dem Freund der 24-Jährigen ausgegangen. „Der hat sich so aufgeführt.“ Der junge Mann habe ihn auch noch mit einer Krücke bedroht.  Insgesamt, so meinte er, wurde zu viel Wind um die ganze Situation gemacht. „Für mich war das extrem überladen.“ Richter Thomas Mayer kommt anschließend zu dem Schluss: „Diese Taxifahrt ist ein bisschen unglücklich verlaufen.“

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