Verkehr Protest gegen Lehm-Lkw im Ried

Ingrid Weichsberger   13.01.2018
Der Gemeinderat von Bellenberg hat zugestimmt, die eigenen Feldwege auszubauen. Das finden nicht alle gut.

Rund eine Million Tonnen hochwertige  Tonerde soll binnen zwei Jahren von der Baustelle des Alb-Vorlandtunnels der Bahn von Wendligen zum Ziegelwerk Wiest in Bellenberg transportiert werden. Das wären hin und zurück täglich von 6 bis 20 Uhr zusätzlich 200 Lkw-Fahrten mitten im Ort auf der Staatsstraße 2031. Um dies zu vermeiden, hat der Gemeinderat jetzt dem Plan des Unternehmens Markus Wiest zugestimmt, die Lkw über den Parkplatz Reudelberg von der A 7 zum Werk zu leiten und dafür die gemeindeeigenen Feldwege 5,5 Meter breit auszubauen und zu asphaltieren. Doch es gibt Widerstand.

„Egal, wie wir uns entscheiden, wir können es nicht allen Bürgern Recht machen“, sagte Bürgermeisterin Simone Vogt-Keller nach einer sehr angeregten Debatte vor zahlreichen Zuhörern. So sei klar, dass damit das einzige Naherholungsgebiet im Westen der Kommune teils zerstört wird – wohl unwiederbringlich.  Zudem werden Berge von Tonerde die Landschaft zieren.

Wiest hatte aber deutlich gemacht, dass diese Tonerde nach Bellenberg gefahren und dort gelagert werde, auch wenn sein Vorschlag abgelehnt werden sollte. Positiv zu sehen sei, dass dadurch der Lehmabbau in Bellenberg verlangsamt werde. Der Unternehmer und Projektleiter Anton Grehl wiesen die Aussage des Eigentümers des Eichenhofes, Wolfgang Schewetzky, zurück, dass Biotope zerstört würden. Dieser Bereich bestehe aus Maisäckern.

Schewetzky hatte in einem Schreiben auch auf zu erwartende Feinstaub- und Lärmimmissionen hingewiesen. Er will ein Bürgerbegehren gegen Lkw im Ried starten. Einspruch haben auch die Betreiberinnen des dortigen Reiterhofs, die Töchter von Schewetzky, erhoben. Sie fürchten um die Zukunft ihres Betriebs.

Schewetzky regt an, den Bau der parallel zur  A 7 verlaufenden Zufahrtsstraße zu verfolgen. Doch das will wohl das Staatliche Bauamt nicht. Verbunden werden sollen stattdessen der Feldweg nach Tiefenbach und die Riedhofstraße. Vielleicht werden Ampeln aufgestellt. Die Umfahrung wird mit Schranken abgesperrt, die die Lkw-Fahrer öffnen können.