Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir zu einer Wand kommen.“ Es war der letzte Satz, der beim Abschied fast untergegangen wäre und doch aufhorchen ließ. Gesagt hat ihn Erwin Lohner, der Präsident der Regierung von Schwaben.

Gestern Nachmittag hatte er sich eineinhalb Stunden zuvor gemeinsam mit Wolfgang Wüst, dem Präsidenten der Autobahndirektion (AD) Südbayern, der Landtagsabgeordneten Beate Merk (CSU), Bürgermeister Joachim Eisenkolb, einigen Gemeinderäten und knapp 20 Bürgern an der A 8 eingefunden. Nahe dem Autobahnkreuz, am Ortsausgang nach Langenau. Zum Ortstermin, an dem Georg Nüßlein wegen einer Sitzung der CSU-Landesgruppe nicht teilnahm – und an dem angesichts des Verkehrs Mikrofon und Lautsprecher nötig waren.

Weniger Flächenverbrauch

Ob eine von den Elchingern gewünschte Lärmschutzwand besser ist als ein Wall, wie ihn die Autobahndirektion plant, war das dominierende Thema. Eines, zu dem Lohner eigentlich „keine größeren Aussagen“ tätigen wollte vor den nichtöffentlichen Erörterungsterminen, die am 19., 20. und 24. Juli anstehen.

Lange bevor Lohner – der oberste Chef des Planfeststellungsverfahrens – dies doch tat, hatte Harald Gaule, der Vorsitzende der Elchinger Bürgerinitiative für Lärmschutz, die Vorzüge einer Wand dargelegt: weniger Flächenverbrauch, effektiverer Lärmschutz. Ein solcher sei auch wegen der A 7 für die Unterelchinger notwendig, ergänzte Reinhold Steck.

Ein Aspekt, den AD-Präsident Wüst sofort aufgriff. Weil die A 8 sechsspurig ausgebaut werden soll, sei dort ein Lärmschutz erforderlich. Freilich verursache auch die A 7 Krach. Einzig: „Sie wird nicht ausgebaut.“ Da man für das Bundesverkehrsministerium baue, so sagte Wüst, müssten die Lärm-Grenzwerte tags und nachts eingehalten werden. Zum anderen müsse aber auch wirtschaftlich gearbeitet werden. „Die Rechnungshöfe schauen penibel hin, ob die Elchinger im Vergleich zu anderen bevorzugt werden.“ Während ein Wall wohl sechs bis sieben Millionen Euro kosten dürfte, schlage eine Wand eher mit dem Doppelten zu Buche. Wirtschaftlich darstellbar seien bei letzterer Variante maximal neun bis zehn Meter. „Die Kosten steigen mit jedem Meter extrem.“

Ferner sei der AD eine möglichst gute Einbindung in die Landschaft wichtig. „Wir wollen Ihnen ja nichts Böses“, versicherte Wüst. Insofern solle auch ein Wall, der sich sicher nicht auf 20 Meter türmen werde, bepflanzt werden. Auch gebe es „kein Versieglung der Flächen“ im klassischen Sinne. Der Flächenverbrauch sei also gar nicht so hoch.

„Ihre Wirtschaftlichkeit geht zulasten der Gesundheit unserer Bürger“, sagte Gemeinderatsmitglied Karin Batke (UFWG). Wie bereits zuvor Manfred Bittner (Eule) brachte sie eine „kleine Wand auf dem Wall“ ins Spiel, die sich auch Merk vorstellen kann.

Rechnen statt messen

In den Kampf für einen besseren Lärmschutz schaltete sich auch Anwohner Johann Wuchenauer ein. Seine Messung ergebe Werte um die 70 Dezibel nachts. „Errechnet hat man mir 34“, sagte er. „Diese Nacht konnte ich schlafen, weil der Wind von Westen kam.“ Bei Ostwind und starkem Verkehr müsse er zum Schlafen in den Keller gehen, beklagte er.

Es gebe ein bundesweit standardisiertes Rechtsverfahren, bei dem die Lärmbelastung berechnet werde, beschied Wüst. „Rein  rechtlich spielt die Messung keine Rolle.“ Wüst will nun ausloten, was im Erörterungstermin noch möglich ist.

Zu diesem sollen laut Bürgermeister Eisenkolb möglichst viele derjenigen Elchinger, die Einwände erhoben hatten, erscheinen und Präsenz zeigen. Denn: „Wir stellen die Weichen für die nächsten 30 bis 40 Jahre.“

„Lkw-Parkplätze hoffnungslos überfüllt“


Lastwagen Auch der geplante Ausbau zweier Rastplätze an der A 8 stößt den Elchingern auf. Dort sollen Richtung Stuttgart 36, Richtung München 30 Lkw-Stellplätze entstehen. Wolfgang Wüst machte dabei wenig Hoffnung: „Ja, das braucht’s.“ Die bestehenden Parkplätze seien hoffnungsvoll überfüllt. Oft stünden 50 Prozent mehr Laster als erlaubt. In Elchingen sei die größere Anlage sinnvoll, weil es bereits eine gebe. Es handele sich um einen „moderaten Ausbau“, bei dem Lärmschutz-Vorkehrungen getroffen würden.

Rasthof Die Idee des Anwohners Johann Wuchenauer, den Rasthof in Seligweiler als Alternative zu sehen, lehnte Wüst ab. „Sie können einem privaten Betreiber nicht vorschreiben, dass seine Anlage 24 Stunden an 7 Tagen zur Verfügung stehen muss.“ Dem Staat schon.