Umwelt Projekt: Alte Obstsorten retten

Die Weißenhorner Birne ist alte Obstsorte. Foto: Rudolf Siehler
Die Weißenhorner Birne ist alte Obstsorte. Foto: Rudolf Siehler © Foto: Foto: Rudolf Siehler
Kreis Neu-Ulm / PATRICK FAUSS 26.11.2016

lte lokale Obstsorten wie die Weißenhorner Birne oder den Pfaffenhofener Schmelzling vermehren. Dieses Ziel hat sich der Verein für Gartenbau und Landespflege gesetzt. Kreisfachberater Rudolf Siehler erläuterte auf der Jahresversammlung in der Vereinshalle Schießen, wie die Gartenbauvereine bei der Rettung alter Obstsorten helfen können. „Melden Sie sich, wenn sie alte Obstsorten im Garten haben.“ Und: „Helfen Sie mit, weitere Obstbaumbesitzer zur Teilnahme zu bewegen.“ Die Bäume müssen mindestens 50 Jahre alt sein und der Stamme einen Durchmesser von 30 Zentimetern aufweisen.

Etwa 100 alte Obstsorten gebe es im Landkreis Neu-Ulm. „Die sind wirklich gefährdet“, sagte Siehler. Der Verein wolle diese nun bestimmen und kartieren. Noch 1965 habe es 17 Millionen Obstbäume in Bayern gegeben. Heute sind es nur noch fünf Millionen. 600 Bäume im Landkreis seien bereits erfasst. Die Aktion ist Teil des europaweit geförderten Projekts des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung und Stärkung des ländlichen Raums (Leader).

Wertvolle Sorten sollen in Baumschulen gebracht, vermehrt und dann wieder in den Verkauf gebracht werden. Die alten Sorten haben einen ganz eigenen Geschmack“, meinte Fachmann Siehler. Außerdem gelte es, den Genpool zu erhalten. Die Sorten seien besonders resistent gegen Krankheiten und kämen gut mit dem hiesigem Klima und dem Boden klar. Später einmal könnten dann regionale Produkte wie Säfte, Liköre oder Brände daraus erzeugt und anschließend vermarktet werden.

Der Vorsitzende, Landrat Thorsten Freudenberger stellte sich hinter das Projekt. Er lobte außerdem die Jugendarbeit in den 36 Ortsgruppen. Die Mitgliederzahl ist um sechs auf 6378 gestiegen. Für die schönsten Gärten wurden Alexandra Würstle, Rainer Schneider, Irmgard Faul, Horst Horn sowie Maria und Franz Waizinger (vertreten durch Heinrich Sumser) von Thorsten Freudenberger ausgezeichnet.

Info Wer alte Obstsorten hat oder von solchen Bäumen weiß, kann sich beim örtlichen Gartenbauverein melden oder direkt bei Kreisfachberater Rudolf Siehler unter (0731) 704 04 42.