Literatur Preisträger vorab in die Region geholt

Angelika Mahr entfaltet das indische Bilderbuch „Klopf! Klopf!“
Angelika Mahr entfaltet das indische Bilderbuch „Klopf! Klopf!“ © Foto: Barbara Hinzpeter
Langenau / Barbara Hinzpeter 24.03.2018
Wenn Thomas Mahr ruft, kommen die Leute – vor allem dann, wenn es um Bücher geht.

Volles Haus trotz geänderten Termins: Das „Literarische Quartett“ der Buchhandlung Mahr, das in Wirklichkeit ein Septett ist, ist ein Publikumsmagnet. Daran hat sich in 22 Jahren nichts geändert. Auch bei der 44. Auflage des halbjährlich und stets nach den Buchmessen anstehenden Streifzugs durch die Neuerscheinungen konnte das Team der Langenauer Buchhandlung auf eine große Zuhörerschaft zählen. Die bekam an diesem Abend wieder eine subjektive Auswahl aktueller Literatur, serviert in kleinen, mundgerechten Portionen: Angelika und Thomas Mahr, ihre Mitarbeiterinnen  Angelika Dauter, Anna Kalmbach, Sandra Kohl-Blum und Charlotte Schuh sowie Christian Schulz als ständiger Gast in der Runde stellten in nur eineinhalb Stunden 18 Bücher vor.

Knapp und unterhaltsam

In der gebotenen Knappheit und Kürze, aber unterhaltsam präsentierten sie ihre persönlichen Favoriten und gaben damit einen Einblick in sehr unterschiedliche Werke, die vielleicht – aber nicht unbedingt – zu Bestsellern werden. Denn: Die Veranstaltung hilft auch, Schätze zu entdecken, die abseits der ausgetretenen Pfade verborgen liegen, darunter Debütromane wie der des Finnen Tommi Kinnunen („Wege, die sich kreuzen“). Auf die Äußeren Hebriden entführt der schottische Autor Alasdair Campbell die Leser, und Elizabeth Hartley Winthrops „Mercy Seat“ beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich um 1940 in Louisiana ereignet hat.

„Eines der genialsten Bücher über die aktuellen Zustände in Deutschland“ dagegen hat laut Christian Schulz Monika Maron geschrieben mit dem Titel „Munin oder Chaos im Kopf“. Karl Schlögel (Sachbuch) und Esther Kinsky (Belletristik), beide preisgekrönt auf der Leipziger Messe, waren schon auf Initiative Mahrs zu Gast in Ulm. Wie der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan, der am Mittwoch im Donau­schwäbischen Zentralmuseum las. Seine Übersetzer Sabine Stöhr und Juri Durkot wurden in Leipzig ebenfalls ausgezeichnet. Wegen der Lesung Zhadans – der einzigen in Süddeutschland – war das „Quartett“ verlegt worden.