Soziales Präventionsarbeit im Kindergarten starten

Fortbildung für Erzieherinnen in Senden.
Fortbildung für Erzieherinnen in Senden. © Foto: Sonja Fiedler
Kreis Neu-Ulm / Sonja Fiedler 12.05.2018

„Stopp! Nein, das will ich nicht!“ Für schüchterne Kinder ist es manchmal schwer, die eigenen Grenzen zu benennen. Um Kindern diese und viele andere Fähigkeiten rund ums Thema Konfliktlösung an die Hand zu geben, haben sich in Senden 16 Erzieherinnen aus dem Landkreis schulen lassen.

„Faustlos“ heißt das Gewaltpräventionsprogramm, im Mittelpunkt stehen „Empathieförderung, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut“, erklärte Trainerin Gabriele Ullrich, die das Seminar bereits zum fünften Mal in Senden leitete. „Faustlos“ gäbe es zwar auch für die Schule, aber das Programm für den Kindergarten halte sie für besonders wichtig: „Je früher man anfängt, desto besser.“ Kleinere Kinder seien noch offen für Neues, und es sei möglich, „echte Präventionsarbeit“ zu leisten.

28 Lektionen von je 30 Minuten Dauer für ein Jahr beinhalte das Programm für den Kindergarten erklärte Trainerin Gabriele Ullrich. Wichtiger Bestandteil: Die Handpuppen „Wilder Willi“ und „Ruhiger Schneck“. Ziel sei es, den Kindern durch Rollenspiele zu vermitteln, wie sie Konflikte mit Worten und richtigem Verhalten lösen können. „Konflikte sind etwas Normales und gehören zum Leben, aber die Kinder sollen lernen, sie zu lösen“, sagte Gabriele Ullrich. Wichtig sei es, dass alle Kinder an dem Programm teilnähmen, nicht nur die scheinbar „schwierigen“.

Finanziell getragen wird die Fortbildung in Senden von der Stiftung „Bündnis für Kinder“ mit Sitz in Bayreuth sowie der Bürgerstiftung der Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen, wie Organisator Klaus-Jürgen Preuschoff mitteilte. Der pensionierte Pädagoge kümmert sich seit 2011 um die Organisation der Fortbildung. Seitdem seien 70 Erzieherinnen zertifiziert worden, das Faustlos-Konzept umzusetzen. „Die Kindergärten leisten sehr gute Präventionsarbeit“, sagte Preuschoff. Er freue sich, dass sich wieder eine Gruppe gefunden habe, die bereit sei, das Konzept weiterzutragen. „Schließlich ist es nur eins von vielen wichtigen Dingen, die von Ihnen erwartet werden.“

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