Polizei-Statistik Senden: „Porno-Island“ boomt noch immer

An sich idyllisch: Der Sendener Waldsee.
An sich idyllisch: Der Sendener Waldsee. © Foto: Oliver Schulz
Senden / Niko Dirner 02.05.2018
Obwohl Nacktbaden am Sendener Waldsee inzwischen verboten ist, verabreden sich dort weiterhin vor allem Männer zum Sex.

Die Nacktbader- und Swinger-Szene am Waldbaggersee – überregional bekannt geworden als Porno-Island – bereitet Polizei und Sicherheitswacht nach wie vor viel Arbeit. Das berichtete der Sendener Polizeichef Thomas Merk jetzt beim Jahresgespräch. Trotz des Nacktbadeverbotes, das inzwischen sowohl für den Sendener wie auch für den Vöhringer Teil des Sees gilt, verlustierten sich dort nach wie vor nackte Männer.

170 Platzverweise, teils verbunden mit einer Ordnungswidrigkeitsanzeige, habe die Sicherheitswacht im vergangenen Jahr erteilt, bereits vier Anzeigen seien dieses Jahr schon ausgestellt worden. Zwar habe sich in der Szene das FKK-Verbot herumgesprochen, doch die Leute stellten sich einfach blöd. Am Ufer seien immer wieder dieselben Männer anzutreffen. Merk betonte, das Polizei und Kommunen keineswegs „prüde“ seien, zumal es ja auf Vöhringer Gemarkung nach wie einen offiziell ausgewiesenen und gepflegten Nacktbadebereich gibt. Es gehe vielmehr darum sicherzustellen, dass Fahrradfahrer, Kinder und Hundehalter dieses „wunderschöne Naherholungsgebiet“ genießen können.

Mehr Delikte aufgeklärt

Abgesehen von den Vorgängen am Waldsee war 2017 in Senden ein eher ruhiges Jahr. Die Zahl der Straftaten ging um 8,4 Prozent zurück, von 1083 auf 992 Fälle. Gewaltkriminalität (33 Fälle in 2017, 44 Fälle in 2016), Straßenkriminalität  (140 Fälle, 189 Fälle) und Wohnungseinbruchsdiebstähle (9 Fälle, 12 Fälle) sanken jeweils um mindestens 25 Prozent. Allein die Zahl der Drogendelikte stieg an, um 58 Prozent auf 76 Fälle (48 Fälle waren es im Vorjahr). Dazu muss man wissen, dass es sich im Betäubungsmittelbereich um so genannte „Kontrolldelikte“ handelt: Wird mehr gefahndet und ermittelt, steigen die Zahlen an. Im vergangenen Jahr sei das gelungen, da zumeist alle etwa 20 Beamte der Station Senden eingesetzt werden konnten. Die Polizisten bewältigten insgesamt 2667 Einsätze. Und sie schafften es, die Aufklärungsquote um 2,9 Prozent auf 73,8 Prozent zu steigern. Darauf sei er besonders stolz, sagte Merk, liegt doch der Bayern-Schnitt nur bei 66,8 Prozent.

Gerne präsentieren sich die Sendener Beamten auch als der sprichwörtliche „Freund und Helfer“: Bei der kürzlichen Mairat-Riesen-Hochzeit kutschierten Polizisten zwei Brautleute mit Familie vom Wohnhaus zum Marktplatz. Besonders für die Kinder sei das ein tolles Erlebnis gewesen, meint Merk. „Das war unsere Beitrag zu dieser Veranstaltung, zu welcher sämtliche Vereinen einen Beitrag geleistet haben. Wir wollen ein Teil des Lebens in dieser Stadt sein.“

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