Die Zahl der Straftaten ist 2014 im Bereich der Weißenhorner Polizeiinspektion erneut gesunken. Registriert wurden 728 Straftaten, 77 weniger als im Vorjahr. Das bedeutet einen Rückgang von 9,6 Prozent, obwohl im Freistaat die Zahl der Delikte insgesamt um 2,5 Prozent zugenommen hat. Auch die gefühlte Sicherheit sei sehr hoch, sagte der Weißenhorner Polizeichef Gerhard Klingler bei der Vorstellung der Kriminalstatistik.

Aufklärungsquote Obwohl die Aufklärungsquote 2014 um 6,7 Prozent gesunken ist, wurden im Bereich der Weißenhorner Polizei, also in Weißenhorn, Pfaffenhofen, Roggenburg und Holzheim samt allen Ortsteilen, immer noch fast zwei Drittel oder 62,4 Prozent aller Straftaten aufgeklärt. Zwei Erfolgsgeschichten hatte Klingler parat: Im November wurde ein 54-jähriger gefasst, der Altpapiercontainer in Brand gesteckt hatte. Im Dezember wurde eine Automatenaufbruchserie in einer Firma aufgeklärt.

Dass die Quote eingebrochen ist, liegt laut Klingler an der gestiegenen Straßenkriminalität, die sich im Gebiet der Polizei Weißenhorn vor allem durch mehr Fahrraddiebstähle am Bahnhof zeigt. Bei diesen Diebstählen liegt die Aufklärungsquote bei nur zwei Prozent, "was die Statistik nach unten zieht". Klingler sagte, viele Fahrraddiebstähle könnten durchaus verhindert werden: "An ein gutes Fahrrad gehört einfach ein gutes Schloss."

Tatverdächtige Hauptsächlich Männer begehen Straftaten. 2014 waren ein Viertel der 430 Tatverdächtigen Frauen. Kinder und Jugendliche gerieten seltener unter Tatverdacht, dagegen verdoppelte sich der Zahl der tatverdächtigen jungen Erwachsenen zwischen 18 und 21 auf 102.

Einbruch und Diebstahl Mit 206 Fällen nahm die Zahl der Diebstähle 2014 um mehr als 14 Prozent ab. Einen stärkeren Rückgang verhinderten Diebe, die im Industriegebiet an Lastwagen die komplette Beleuchtung ausbauten. Um fünf Fälle zugenommen hat die Zahl der Wohnungseinbrüche. Mit 14 Fällen sei sie immer noch niedrig. "Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung", sagte Polizeichef Klingler. Viel wert sei es, dass die Nachbarschaft funktioniere und Bürger immer wieder verdächtige Personen in Wohngebieten meldeten. Das schrecke ab.

Gewaltdelikte Der Fasching ließ vergangenes Jahr die Zahl der Gewalttaten um 12 auf 32 ansteigen. Weil sich Opfer und Täter fast immer kennen, liegt die Aufklärungsquote bei 84 Prozent. Deutlich öfter als 2013 wurden Polizeibeamte selbst Opfer von Gewalt, Zahlen werde das Innenministerium veröffentlichen.

Rauschgift Die Inspektion arbeitet eng mit der Rauschgift-Arbeitsgruppe der Polizeistation Senden zusammen. Die Fallzahlen blieben in etwa konstant. Am meisten hatten es die Beamten mit Marihuana und Haschisch zu tun, bei den synthetischen Drogen spielt Crystal Meth im Gegensatz zu Amphetaminen keine große Rolle.

Unfallstatistik für die Polizeiinspektion Weißenhorn

Unfälle Die Zahl der Verkehrsunfälle sank 2014 auf den niedrigsten Wert seit Jahren - um fast fünf Prozent im Vergleich zu 2013. Die Polizisten der Weißenhorner Inspektion bearbeiteten insgesamt 977 Unfälle - 175 Menschen wurden verletzt, 29 davon schwer. Ein Motorradfahrer kam ums Leben. Die Zahl der Wildunfälle lag konstant bei rund 200, wobei Autofahrer oft mit Wildschweinen und Bibern kollidierten.

Alkohol Einen Schwerpunkt legte die Weißenhorner Polizei auf Alkoholkontrollen. Die Polizisten erwischten dabei 104 Autofahrer, die zu viel Alkohol getrunken hatten - 20 mehr als im Jahr davor.