Die hohe Akzeptanz der neuen Bahnstrecke zwischen Senden und Weißenhorn im Rücken, hat sich der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger nun im direkten Gespräch mit Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, sowie dem Konzernbevollmächtigten für Bayern, Klaus-Dieter Josel, für die Umsetzung des Regio-S-Bahn-Konzepts stark gemacht. Wie es in einer Mitteilung des Landratsamtes heißt, habe Freudenberger bei dem Treffen in München auf die "wachsende Bedeutung des Nahverkehrs und die konstruktive Kooperation über Landkreis- und sogar Ländergrenzen hinweg" hingewiesen. Das Konzept sei notwendig, um das Oberzentrum Ulm/Neu-Ulm "effektiv und fahrgastfreundlich mit dem gesamten Umland" zu verbinden.

Ein wichtiger Baustein dafür sei der zweigleisige Ausbau der Illertalbahn zwischen Neu-Ulm und Senden. Freudenberger forderte Grube auf, diesem Projekt "höchste Priorität" einzuräumen und mittelfristig auch eine Elektrifizierung anzustreben. "Erst ein zweiter Gleiskörper erlaubt eine noch kundenfreundlichere Taktung der Zugverbindungen", heißt es dazu in der Mitteilung des Landratsamtes.

Ein weiteres Thema bei der Unterredung war demnach die europäische Ost-West-Tangente von Paris über München und Wien bis nach Bratislava. Schließlich verbinde diese Strecke, die quer durch Bayern führt, wichtige europäische Länder und Städte miteinander. Insbesondere komme es nun darauf an, dem Streckenabschnitt zwischen Ulm/Neu-Ulm bis nach Augsburg ein größeres Augenmerk zu widmen, sagte Freudenberger. Werde diese Strecke, die zu den meistbefahrenen in Europa gehört, nicht ausgebaut, dann entstehe ein für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nicht hinnehmbarer "Flaschenhals".

Die Politiker, neben dem Landrat nahmen der CSU-Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein und der schwäbische Europaabgeordnete Markus Ferber an der Runde teil, unterbreiteten dem Bahn-Chef einen konkreten Finanzierungvorschlag. Dieser sieht vor, dass der Freistaat Bayern die Planungen vorfinanziert, damit die Modernisierung der Bahnstrecke Ulm/Neu-Ulm-Augsburg zügiger beginnen kann.

Georg Nüßlein betonte: "Wir brauchen den Ausbau dieser Strecke unbedingt, damit unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhalten bleibt und wir in Bayerisch-Schwaben nicht abgehängt werden." Im Herbst soll es weitere Gespräche zu diesem Thema geben.