Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordversuchs gegen einen  zum Tatzeitpunkt 41-jährigen Mann am Landgericht Memmingen erhoben, teilt Staatsanwalt Thomas Hörmann auf Anfrage unserer Zeitung mit. Laut Anklage soll der Mann aus dem Ulmer Raum – der in Untersuchungshaft sitzt – am 14. September 2018 versucht haben, in Pfaffenhofen im Landkreis Neu-Ulm einen Nebenbuhler mit einer Armbrust zu erschießen. Als Tatmotiv nennt Thomas Hörmann Eifersucht: Der angeschossene Pfaffenhofener war der neue Partner der Ex-Freundin des dringend Tatverdächtigen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte am späten Abend des 14. Septembers mit einer Armbrust vom Garten eines Mehrfamilienhauses aus durch ein offenes Fenster auf seinen jüngeren Kontrahenten geschossen hat. Der 29-Jährige wurde durch den Schuss schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Es gelang ihm, gegen 21.30 Uhr den Polizeinotruf zu wählen und um Hilfe zu bitten.

Kein Geständnis abgelegt

Der 41-Jährige war kurz nach der Tat mit seinem Audi A6  zwischen Aufheim und Hausen gegen einen Baum geprallt. „Wir können nicht ausschließen, dass der Fahrer absichtlich von der Fahrbahn abgekommen ist“, sagte ein Polizeisprecher damals. Der mutmaßliche Täter wurde, nachdem er in einer Klinik medizinisch versorgt worden war, in ein Gefängnis verlegt. Eine Haftrichterin hatte wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes einen Haftbefehl erlassen.

Ein Geständnis hat der Beschuldigte zwar nicht abgelegt, berichtet Hörmann. Allerdings habe er eingeräumt, am Tatort gewesen zu sein. Und Polizisten hatten nach dem Unfall die Armbrust im Auto des Beschuldigten gefunden. Das Landgericht Memmingen wird nun die Anklage prüfen und dann das Verfahren eröffnen.

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