Kommentar Carsten Muth über den Landkreistag in Weißenhorn Perfekte Gastgeber

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Autorenfoto. Foto: © Foto: Volkmar Könneke
Weißenhorn / Carsten Muth 11.05.2018

Zwei Tage Landkreistag in Weißenhorn. Was bleibt? Vor allem die Bilder einer gelungenen Veranstaltung und eines perfekten Gastgebers. Das Team um den Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger hat sich ein Jahr lang vorbereitet und ganze Arbeit geleistet. Deshalb gab es Lob und Anerkennung von allen Seiten. Die Gäste, von denen sich sicher die meisten eher selten in den Kreis Neu-Ulm und damit den äußersten Westen ihres Freistaats verirren, waren beeindruckt, vom Ambiente in und rund um die Fuggerhalle, von Weißenhorn, dem Umland. Völlig zu Recht.

Denn auch die Stadt Weißenhorn hat sich – bei besten Frühsommerwetter – von seiner Schokoladenseite zeigen dürfen.Der Landkreistag zeigte, dass sich der zehn Millionen Euro teure Bau der Fuggerhalle gelohnt hat – das schicke Gebäude nicht nur für Konzerte, Vereins- und Schulsport, sondern auch für große Tagungen wie diese geeignet ist. Keine Frage: Die Halle, an deren Bau der Landkreis Neu-Ulm maßgeblich beteiligt war, schmückt denselben, nicht nur wegen seiner auffälligen Cortenstahl-Fassade.

Im Wahlkampfmodus

Und was bleibt noch? Ein Ministerpräsident im Wahlkampfmodus. Keine Wunder, im Oktober ist Landtagswahl, Markus Söders CSU jüngsten Umfragen zufolge weit entfernt von der einst als selbstverständlich empfundenen absoluten Mehrheit. Und so suchte und fand der Chef der bayerischen Staatsregierung im schwäbischen Weißenhorn den Schulterschluss mit den meisten seiner 71 Landräte, von denen 57 seiner Partei angehören.

Söder versprach allerhand, so viel, das einem beim Zuhören schwindlig werden konnte. Wie die in Aussicht gestellten Ausgaben in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro gegenfinanziert werden sollen, blieb allerdings unklar.

Trotz aller Versprechungen und Ankündigungen: Wirklich Erhellendes zur Lösung der Klinikenfrage im Kreis Neu-Ulm, zur Rettung der finanziell in Schieflage geratenen Krankenhäuser, war auf dem Landkreistag nicht zu vernehmen. Was auch für den Nuxit gilt. Und so wurde in Weißenhorn eines deutlich: wie machtlos die Landräte in Sachen Nuxit sind. Ihnen bleibt bloß die Rolle der Zuschauer.