Schule Pädagoge mit Leib und Seele geht in Ruhestand

Klaus Schneikart herzt Abiturient René Schiebel.
Klaus Schneikart herzt Abiturient René Schiebel. © Foto: Claudia Schäfer
Claudia Schäfer 25.07.2018

Fast zwei Stunden lang hat Klaus Schneikart gestern Mittag vor viel Prominenz eine Laudatio nach der anderen verfolgt. Zugehört, wie Kommunalpolitiker, Eltern, Lehrer und Schüler nur Gutes über ihn und seine Zeit am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium zu sagen wussten. Den gelungenen Musikstücken seiner Schüler und der Ulmer Philharmoniker gelauscht. Am Ende kamen dann bei dem scheidenden Schulleiter die Emotionen hoch, als er selber das Wort ergriff: „Ihr seid alle himmlisch und wunderbar“,  sagte der 65-Jährige sichtlich gerührt.

Alle Redner hatten zuvor das Bild eines Pädagogen mit Leib und Seele gezeichnet, der immer ansprechbar gewesen sei für Kollegen, Schüler und Eltern. „Unkompliziert, pragmatisch und sehr schülerfreundlich“ habe er Schneikart kennen gelernt, sagte Landrat Thorsten Freudenberger, der als Lehrer am Suttner-Gymnasium in Neu-Ulm einige Jahre Schneikarts Kollege war.

Weißenhorns Bürgermeister Wolfgang Fendt bescheinigte dem scheidenden Schulleiter „ein großes Talent in Pädagogik wie im organisatorischen Bereich“. Fendt bedankte sich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit. Schneikart übergebe ein „wunderbar bestelltes Haus“.

Schneikart und sein Vorgänger Hans Götz hätten es geschafft, dass Schüler ein Teil der Schule geworden seien und sich mit ihr identifizieren konnten, sagte Antje Esser, Vorsitzende der Freunde des Gymnasiums. Und Thomas Höld vom Elternbeirat lobte das „hohe Maß an Mitbestimmung“, das Schneikart den Elternvertretern zugestanden habe.

Hervorgehoben wurden die vielen Projekte und Aktionen, die in Schneikarts 14 Jahren am NKG angestoßen worden sind. Etwa die Ferienakademie für begabte Nachwuchskünstler im Kloster Roggenburg, die das NKG überregional bekanntgemacht habe.

Die offizielle Verabschiedung in den Ruhestand nahm der Ministerialbeauftrage für die schwäbischen Gymnasien, Peter Kempf, vor. Ab August hat Klaus Schneikart nun viel Zeit, sich seinen anderen Leidenschaften neben der Pädagogik zu widmen: der Familie, dem Reisen, Lesen und dem Kunstgenuss.

„Ich war sicher nicht der ganz Brave“   

Erinnerung Eine Lanze für die Jugend: Viel werde über die heutigen Schüler gelästert, sagte Klaus Schneikart gestern bei seiner Verabschiedung. Die, die er kenne, seien aber freundlich, nicht negativ, höflich und hätten viele gute Ideen. Auch früher sei nicht alles gut gewesen, da sei er das beste Beispiel: Er habe abgeschrieben und er habe die Schule geschwänzt. „Ich war sicher nicht der ganz Brave.“    

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