Wullenstetten / CLAUDIA SCHÄFER  Uhr
Ein paar echte Raritäten waren am Wochenende beim Oldtimer- und Traktorentreffen in Wullenstetten vertreten - darunter einige Gutter-Traktoren und ein Bulldog aus den 1940er Jahren.

Stolz stand Josef Baumberger am Sonntag vor seinem grünen, auf Hochglanz polierten Gutter-Traktor. Der 72-Jährige aus Pleß ist ein Jahr jünger als sein Trecker und hängt sehr an der Maschine, die sein Vater während des Zweiten Weltkriegs anschaffte. "Ich weiß noch gut, wie ich schon als kleiner Bub draufgesessen bin", sagte der Senior. "Viel weggeschafft" habe der Gutter-Traktor und es sich verdient, jetzt gehegt und gepflegt und nur für Spazierfahrten und Oldtimertreffen genutzt zu werden.

Dass sein Traktor eine echte Rarität ist, weil die Weißenhorner Firma Gutter nur wenige Jahre lang Traktoren produzierte, weiß Baumberger. Deshalb sei es unmöglich, Ersatzteile zu bekommen. "Jedes Stück ist eine Einzelanfertigung." Aber ein Hobby, das nichts koste, mache keinen Spaß, sagte der 72-Jährige.

Baumbergers Traktor war eine der ältesten Raritäten des Wullenstetter Oldtimertreffens, das viele Besucher und mehr als 300 Besitzer alter Autos, Motorräder und Landmaschinen anlockte. Technikbegeisterte Erwachsene und kleine Kinder freuten sich an der Vielfalt der gezeigten Modelle. Auch die Veranstalter stellten einige ihrer Maschinen aus, darunter eine rund hundert Jahre alte hölzerne Dreschmaschine. Zudem hatten die Traktorenfreunde zwei Claas-Mähdrescher aufgestellt, der eine 50 Jahre alt, der andere ganz modern. "Quasi Kind und Enkel" der hölzernen Maschine seien das, sagte Clemens von Dechend vom Vorstand der Traktorenfreunde. Der Vereinsvorsitzende Matthias Ölberger hatte ein erstaunliches Detail parat: Der 50 Jahre alte Mähdrescher laufe mit einem 27 PS starken VW Käfer-Motor. Der moderne bringe es auf rund 450 PS.

Immer wieder warfen die Besitzer ihre Maschinen an, um dem Publikum Dieselduft um die Nase wehen zu lassen. Ein alter Lanz-Bulldog gab dunkle Rauchzeichen, was laut dem Eigentümer ganz typisch für das Modell aus den 40er Jahren ist: Bei dem Zweitakter wird das Schmieröl dem Kraftstoff beigemischt und mit verbrannt. Dafür sei der Bulldog robust und gut zu reparieren: "Den kriegt nichts klein."

Festzelt gut gefüllt