Nersingen/Neu-Ulm Ohne zu zögern ein Leben gerettet

Walter Almoslöchner (links) hat vor rund zwei Jahren einem Menschen das Leben gerettet. Dank gab es dafür gestern auch von Nersingens Bürgermeister Erich Winkler während der Übergabe der Christophorus-Medaille. Foto: Lars Schwerdtfeger
Walter Almoslöchner (links) hat vor rund zwei Jahren einem Menschen das Leben gerettet. Dank gab es dafür gestern auch von Nersingens Bürgermeister Erich Winkler während der Übergabe der Christophorus-Medaille. Foto: Lars Schwerdtfeger
Nersingen/Neu-Ulm / STEFAN CZERNIN 02.08.2013
Walter Almoslöchner hat rasch gehandelt und kraftvoll mitangepackt. Und so einen Menschen unter einem eingestürzten Hüttendach herausgerettet. Dafür wurde der Nersinger gestern ausgezeichnet.

Als es darauf ankam, hat  Walter Almoslöchner  (53) nicht lange gezögert. Und er hat damit mit großer Wahrscheinlichkeit zusammen mit anderen einem Menschen das Leben gerettet. Vor ziemlich genau zwei Jahren war der 50-jährige Nersinger, der als Klärwart für die Gemeinde arbeitet, auf dem Gelände des Waldspielplatzes bei der Arbeit. Die Ferienfreizeit war gerade zu Ende gegangen - und Almoslöchner war mit seinem Kollegen Martin Walk dabei, Elektroleitungen und Wasserschläuche zusammenzuräumen.

Währenddessen war ein anderer Nersinger dabei, eine der bei der Ferienfreizeit von den Kindern erstellten Hütten abzubauen. Die Gemeinde bietet ihren Bürgern an, nach der Stadtranderholung die Hüttenstadt auseinanderzunehmen und das Holz zum Verfeuern zu nutzen. Dann passierte das Unglück: Die Hütte stürzte zusammen und begrub den Nersinger unter sich. Er konnte sich nicht selbst befreien, weil ein rund 400 Kilogramm schweres Hüttendach auf ihm lastete.

Almoslöchner und Walk eilten sofort zur Hilfe, auch Werner Pfannenstiel und Rudolf Haberreiter, ebenfalls beides Nersinger, waren sofort zur Stelle. Gemeinsam gelang es ihnen, die schwere Hüttendecke anzuheben und einen Stützbalken darunterzustellen. Wegen herausstehender Nägel bestand dabei zudem eine hohe Verletzungsgefahr. Ein Rettungswagen brachte den Verunglückten ins Krankenhaus.

Gestern wurde Almoslöchner im Neu-Ulmer Landratsamt vom stellvertretenden  Landrat Roland Bürzle  mit der Christophorus-Plakette für Lebensretter ausgezeichnet, auch der Nersinger Bürgermeister Erich Winkler war dazugekommen. Die drei anderen Helfer waren schon zuvor von Ministerpräsident Horst Seehofer geehrt worden, Almoslöchner konnte diesen Termin aber nicht wahrnehmen.

Bürzle lobte das "beherzte und kraftvolle Zupacken" Almoslöchners. Ohne das schnelle Eingreifen der Helfer wäre eine Rettung des Verunglückten wohl nicht möglich gewesen. Bürgermeister Winkler erklärte, er sei stolz darauf, solche Gemeindemitarbeiter zu haben.