Illertissen Offizielle Auflösung der Patenschaft zwischen Bundeswehr und Stadt Illertissen

Der Chef der 4. Kompanie des Logistikbataillons 471 aus Dornstadt, Hauptmann Oliver Schnell, gibt Illertissens Bürgermeisterin Marita Kaiser das signierte Ortsschild zurück, das schon zweimal mit im Auslandseinsatz war. Foto: Dave Stonies
Der Chef der 4. Kompanie des Logistikbataillons 471 aus Dornstadt, Hauptmann Oliver Schnell, gibt Illertissens Bürgermeisterin Marita Kaiser das signierte Ortsschild zurück, das schon zweimal mit im Auslandseinsatz war. Foto: Dave Stonies
Illertissen / MARKUS WATKO 03.08.2013
Die 4. Kompanie des Logistikbataillons 471 in Dornstadt wird aufgelöst. Die mit Illertissen bestehende Patenschaft wurde aus diesem Grund offiziell beendet. Zur Verabschiedung organisierten die Soldaten ein Fest.

Der Anlass war ein trauriger, gefeiert wurde trotzdem: Die 4. Kompanie des Logistikbataillons 471 in Dornstadt wird zum 30. Juni 2014 aufgelöst und bedankte sich mit einem Fest für die seit Juni 2008 bestehende Patenschaft mit der Stadt Illertissen, die nun beendet wurde. Der Marktplatz wurde zur Begegnungsstätte zwischen Bürgern und Soldaten. Diese hatten sich einiges einfallen lassen. Unter anderem konnten interessierte Besucher die Ausrüstung der Soldaten testen: ein verdunkeltes Zelt, in dem die Nachtsichtbrille "Lucie" erprobt werden konnte, Fahrzeuge der Logistiktruppe - wie etwa ein Feldkran - waren auf dem Marktplatz aufgestellt.

Aber auch die Kleinen kamen nicht zu kurz: Kinderschminken sowie ein Hindernisparcours, bei dem vor allem die Geschicklichkeit auf die Probe gestellt wurde, hatten die Soldaten vorbereitet. Spendabel zeigte sich die Kompanie bei der "Marschverpflegung" für die Besucher: Es gab Würstchen gegen eine freiwillige Spende. Der Erlös geht an die Bürgerstiftung Illertissen.

Am 26. Oktober 2011 hatte Verteidigungsminister Thomas de Maizière die Bundeswehrreform vorgestellt. Kompaniechef Oliver Schnell nannte diesen Tag den "Schicksalstag der Bundeswehr". Es wurde unter anderem auch die Auflösung des Logistikbataillons 471 beschlossen. Die Reform für die Soldaten sozialverträglich umzusetzen, nannte Schnell eine "Herkulesaufgabe".

"Wohin wir versetzt werden, wissen wir noch nicht", sagte eine Soldatin. Sicher sei jedoch der Auslandseinsatz ab September. Dann muss die Kompanie für vier Monate in den Kosovo. Seinen Soldaten sprach der Kompaniechef "aufrichtigen Dank" für das engagierte Zupacken und für ihre Motivation aus. Aber auch bei den Bürgern der Stadt Illertissen bedankte er sich für die Unterstützung und übergab Bürgermeisterin Marita Kaiser ein signiertes Ortsschild. Kaiser hatte dieses Schild den Soldaten beim Patenschaftsfest 2008 geschenkt. Es sollte "ein Stück Heimat" für die Soldaten sein, die das Schild auch zweimal mit im Auslandseinsatz dabei hatten.

Bürgermeisterin Kaiser berichtete über die Tradition der Patenschaften zwischen Bundeswehr und der Stadt Illertissen. Bereits 1987 bestand eine solche Verbindung mit den Logistikern aus Dornstadt. Die 4. Kompanie hat diese Tradition fortgesetzt. Eine Patenschaft ist ein "sichtbares Zeichen, dass die Bundeswehr in der Gesellschaft verankert ist", sagte Kaiser.

Zum Abschied überreichte sie dem Kompaniechef eine Gedenkurkunde der Stadt. "Im Abschied ist die Geburt der Erinnerung", mit diesem Sprichwort wünschte Kaiser den Soldaten "Glück, Erfolg und das Beste für den anstehenden Auslandseinsatz". Mit einem "Soldaten rührt euch!" lud sie im Anschluss die Soldaten sowie die Besucher auf ein "Gläschen Bier und Wein" auf den Schrannenplatz ein.