Weißenhorn Öfen dürfen länger laufen

Beim Aluminiumschmelzwerk Oetinger wird künftig auch sonn- und feiertags gearbeitet. Foto: Lars Schwerdtfeger
Beim Aluminiumschmelzwerk Oetinger wird künftig auch sonn- und feiertags gearbeitet. Foto: Lars Schwerdtfeger
CARSTEN MUTH 17.11.2012
Oetinger in Weißenhorn darf seine Anlagen auch an Sonn- und Feiertagen laufen lassen. Das Landratsamt Neu-Ulm hat das genehmigt.

Gute Nachricht für Oetinger in Weißenhorn: Das Unternehmen darf seine Betriebszeiten im Industriegebiet Eschach ausweiten. Das heißt: Künftig laufen die Öfen in dem Aluminiumschmelzwerk auch an Sonn- und Feiertagen. "Ja, die Genehmigung liegt vor", sagte Stefan Hatzelmann, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Immissionsschutz und Abfallrecht im Landratsamt Neu-Ulm, auf Anfrage. "Oetinger darf loslegen." Die Behörde hat die Genehmigung für die Laufzeitenerweiterung, wie jetzt bekannt wurde, bereits am 11. September erteilt. Da gegen diese Entscheidung binnen vier Wochen keine Klage der so genannten Einwendeführer erhoben wurde, ist die Erlaubnis rechtens.

Laut Landratsamts-Mitarbeiter Hatzelmann werden bei Oetinger trotz der deutlich erhöhten Produktionsleistung sämtliche Schadstoffgrenzwerte eingehalten. Das hätten Gutachter unabhängig voneinander festgestellt. Die Experten hatten Prognosen erstellt, wie sich die Erweiterung auf den Schadstoffgehalt in der Luft, die Lärmbelästigung für die Anwohner und die produzierten Abfallmengen in dem Unternehmen auswirkt.

Nun also ist der Weg frei: Die jährliche Schmelzleistung in dem Unternehmen wird von 95 000 auf 120 000 Tonnen erhöht. Technisch gesehen bleiben die Produktionsanlagen, wie sie sind. Es gibt diesbezüglich keine Veränderungen. Wie schnell die Ausweitung der Laufzeiten tatsächlich umgesetzt werden kann, ist nicht bekannt.

Das Aluminiumschmelzwerk in der Fuggerstadt ist nach Angaben von Werkleiter Hermann Wick auf die Erweiterung angewiesen. Nur so könne das Unternehmen im Wettbewerb bestehen, seine Flexibilität auf dem Markt erhalten. Das hatte der Werkleiter vor der Entscheidung des Landratsamts gesagt. Gestern war Wick nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

32 Einwendungen waren gegen die Oetinger-Pläne erhoben worden. Vier Wochen lang lagen die Erweiterungsunterlagen im Landratsamt aus. Anschließend diskutierten Juristen und Umweltexperten über die Pläne. Anfang Juni fand ein Erörterungstermin statt. Die Antrag-Gegner kritisierten dort, dass die Unterlagen nicht im Sendener Rathaus ausgelegt worden waren. Schließlich seien auch die Bewohner des Sendener Stadtteils Witzighausen - je nach Wetterbedingung und Windrichtung - vom Schadstoffausstoß bei Oetinger betroffen.

Das Landratsamt kündigte an, die Anlagen im Eschach spätestens ein halbes Jahr nach der Laufzeitenverlängerungen auf die Schadstoff-Konzentration hin überprüfen zu lassen. "Das ist Routine", sagt Hatzelmann. Er geht davon aus, dass die gemessenen Werte auch dann im erlaubten Bereich sind.