Am Ende der angeregten Diskussion stand ein klares Ergebnis. Der Elchinger Gemeinderat hat sich bei einer Gegenstimme von Karin Batke (Unabhängige Freien-Wähler-Gemeinschaft, UFWG) dafür entschieden, das alte Rathausgebäude in Oberelchingen als Standort für ein Klostermuseum in Aussicht zu stellen. Dies allerdings auf Grundlage eines Finanzierungskonzepts, das die Gemeinde erstellen soll, und eines Betriebskonzeptes, das der Verein Freunde des Klostermuseums Elchingen erarbeiten soll. Sobald beide Konzepte vorliegen, soll die Verwaltung mit dem Landratsamt Neu-Ulm über die Bedingungen für eine Kostenbeteiligung verhandeln. Zu Beginn der Diskussion hatte Manfred Bittner von der Elchinger Umweltliste (Eule) über die drei Treffen einer Arbeitsgruppe berichtet. Die war damit beauftragt, die Anregungen aus einer Machbarkeitsstudie zu konkretisieren, ein Gebäude zu finden, organisatorische und finanzielle Zuständigkeiten für eine Präsentation zu klären.

Das erste Ergebnis der Beratungen war ein Votum für das alte Rathausgebäude (Klostersteige 13) in Oberelchingen als Standort. Dort stehen zwei Räume im Erd- und Obergeschoss bereit, um die „große Zahl und Qualität der Artefakte“ zu präsentieren, wie Bittner erläuterte. Das katholische Pfarrhaus am Klosterhof „wäre ideal gelegen“, sagte Bittner. Es stehe aber leider nicht zur Verfügung. Der Kirchenpfleger begründete dies mit dem baulichen Zustand des Hauses und der geplanten eigenen Nutzung durch die Pfarrgemeinde, hieß es. Zudem müsse das Haus energetisch saniert und barrierefrei umgebaut werden. Mit dem Amtshaus, dem Grundschulgebäude also, erklärte Bittner, konnte sich die Mehrheit des Arbeitskreises nicht anfreunden. Bittner brachte allerdings den Gedanken ins Spiel, das Amtshaus in ein archäologisches Museum zu verwandeln. So ließen sich „Synergieeffekte“ für zwei benachbarte Museen erreichen.

Kritik kam daraufhin von Karin Batke. „Wir können kein Gebäude zur Verfügung stellen, ohne konkrete Zahlen zu kennen“, sagte sie. „Uns geht es auch um die Kosten.“ Eine Kerbe, in die auch Achim Götz (CSU) schlug. Die Machbarkeitsstudie habe klar gesagt, dass sich ein Museum nicht tragen werde. „Wir müssen daher der Bevölkerung plausibel machen, warum wir weitermachen.“ Götz forderte daher „eine Hausnummer“ für die finanzielle Dimension des Projektes. „Sind es 50 000, 200 000 oder eine Million Euro?“ Ein Anbieter sei bereit, für 1500 Euro pro Haus eine Kostenplanung zu erstellen. Das solle beauftragt werden.

Als die Diskussion festzustecken drohte, machte Bernd Schwerdtfeger (CSU) einen Kompromissvorschlag. Anders als in der Beschlussempfehlung der Verwaltung solle das Gebäude nur „in Aussicht“ und nicht „zur Verfügung“ gestellt werden. Vorbehaltlich eines Finanzierungskonzeptes. Eine Idee, mit der sich die meisten anfreunden konnten. Denn: „Jetzt muss es konkret werden“, forderte Reinhard Rotermund (Eule).

Und so stimmten bis auf Batke alle Ratsmitglieder und Bürgermeister Joachim Eisenkolb dafür, das Alte Rathaus anzuvisieren, aber vorher ein Finanzierungs- und ein Betriebskonzept zu erstellen.