Bis Jahresende soll die Obdachlosenunterkunft im Auweg in Freudenegg geräumt sein. Dieses Ziel verkündete der Sendener Bürgermeister Raphael Bögge Ende November. Und das sei auch geglückt, sagt der Rathauschef jetzt auf Anfrage: „Das Haus ist leer.“ Die Bewohner, die dort mehr gehaust als gewohnt haben sollen, wurden auf andere Notunterkünfte der Kommune verteilt. Bleibt die Frage, was nun mit dem Gebäude passiert.

Bögge sagt auf Anfrage zunächst ausweichend, das Haus gehöre der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Deren Aufsichtsrat werde sich mit dem Thema beschäftigen. Bögge widerspricht aber der herrschenden Meinung, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Auch der von manchen vorgebrachte Ensembleschutz sei nirgendwo rechtlich verankert worden. Unausgesprochen wäre somit also auch ein Abriss problemlos möglich.

Diesem stellt sich vehement Walter Wörtz entgegen. Er ist CSU-Fraktionschef in Senden und arbeitet hauptberuflich als Kreisheimatpfleger. Der Auweg 30 habe für ihn „Bestandsschutz“, gehöre zum Ensemble der Siedlung Freudenegg, werde über kurz oder lang auf der Denkmalschutzliste landen. In dem Haus hätten früher die Kesselhausarbeiter der Spinnerei Freudenegg gewohnt. In einer Lithografie von 1875, der ersten bildlichen Darstellung des Industriebetriebs, sei es abgebildet. Schon von daher plädiere er dafür, das Haus zu retten. Dieses sei zudem weitgehend originalgetreu erhalten. Die Sanierung ist aus seiner Sicht „eine überschaubare Geschichte“.