Weißenhorn Nuxit-Gegner starten Charme-Offensive

In Weißenhorn diskutierten Nuxit-Gegner, wie man den Austritt der Stadt Neu-Ulm aus dem Landkreis womöglich verhindern kann. Sie setzen unter anderem darauf, dass es zu einem Bürgerentscheid kommt.
In Weißenhorn diskutierten Nuxit-Gegner, wie man den Austritt der Stadt Neu-Ulm aus dem Landkreis womöglich verhindern kann. Sie setzen unter anderem darauf, dass es zu einem Bürgerentscheid kommt. © Foto: Patrick Fauß
Weißenhirn / Patrick Fauß 03.02.2018
Beim einem Treffen in Weißenhorn schmieden Nuxit-Gegner Pläne. Zudem schließen sie ein Bündnis mit Gleichgesinnten in Neu-Ulm.

Es ging darum, Ideen zu sammeln, wie man die Stadt Neu-Ulm vom geplanten Austritt aus dem Landkreis abhalten könnte. Der Weißenhorner ÖDP-Stadtrat Ulrich Hoffman, Freie Wähler-Kreisrat Jürgen Bischof sowie FDP-Kreis-Chef Michael Zimmermann hatten dazu, wie berichtet, im Januar eine Charme-Offenisve aus der Taufe gehoben.

Am Donnerstagabend nun trafen sich elf Interessierte im Nebenzimmer der Pizzeria Santa Lucia, um konkrete Pläne zu schmieden. „Wir wollen keine Weißenhorner Initiative sein, sondern etwas, das aus dem Landkreis kommt“, betonte Hoffmann.

Die Teilnehmer des Treffens beschlossen, am 7. März eine Info-Veranstaltung für Nersingen und Elchingen auf die Beine zu stellen. Und gaben der Anti-Nuxit-Initiative einen Namen: „Charme-Offensive NUr gemeinsam“. Als Slogan wurde „Zusammenhalten, Zukunft sichern“ gewählt.

In den kommenden Wochen soll begonnen werden, Landtagskandidaten um Stellungnahmen zu bitten. Ebenso Stadt- und Gemeinderäte. Es gelte, „höflichen Druck“ auszuüben, damit mehr politische Vertreter ihre Stimme gegen den Nuxit erheben, sagte der Weißenhorner CSU-Stadtrat Marcus Biberacher.

Darüber hinaus sollen Spenden gesammelt, am Wochenende Info-Stände in Neu-Ulm betrieben und eine Postkarte mit Contra-Argumenten entwickelt werden. Außerdem soll die Charme-Offensive ein eigenes Logo erhalten, das dann mit Plakaten für Aufmerksamkeit sorgen soll. Auch eine Luftballon-Aktion oder eine Sternfahrt wurden als Ideen genannt.

Klaus Rederer, Grünen-Politiker und Ex-OB-Kandidat der SPD aus Neu-Ulm, war ebenfalls nach Weißenhorn gekommen. Er erläuterte die geplante Vorgehensweise der Nuxit-Gegner in der Stadt. Demnach soll im Rahmen des Bündnisses „Nuxit – so geht‘s net“, ein Bürgerentscheid auf den Weg gebracht werden, bei dem die Bürger der Stadt Neu-Ulm – nur sie sind in dieser Frage Stimmberechtigt – ihr Votum abgeben können. „Unsolidarisch ohne Ende“ sei der auf den Weg gebrachte Austritt der Neu-Ulmer. Dem verbleibenden Landkreis werde es nach einem Nuxit schlechter gehen. Und auch die Städter werden draufzahlen, weil zum Beispiel  Verwaltungsstrukturen doppelt geschaffen werden müssten.

Pro Bürgerentscheid

Bei einem Treffen am kommenden Dienstag, 6. Februar, 19 Uhr, im Neu-Ulmer Café D‘Art soll der Bürgerentscheid auf den Weg gebracht werden. Die Nuxit-Gegner aus dem Landkreis wollen eine Abordnung schicken. Und außerdem mitmachen, wenn es ums Sammeln von Unterschriften für den Entscheid geht. Etwa 3000 Befürworter seien dafür nötig.

Für eine gemeinsame Zukunft im Landkreis

Überparteilich Die Anti-Nuxit-Initiatoren Jürgen Bischof, Ulrich Hoffmann und Michael Zimmermann verstehen ihre Aktion als überparteilich. Sie
wollen eigenen Angaben zufolge mit einer „Charme-Offensive“ punkten, Ideen sammeln und konkrete Projekte planen.

Ziel „Wir wollen die Neu-Ulmer davon überzeugen, dass es besser ist, miteinander weiterzugehen, anstatt ohne Not gut Funktionierendes auseinanderzureißen“, sagt Ulrich Hoffmann

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