Notfallvorsorge Neues Feuerwehrgerätehaus wird teurer

Johannes Braun 27.12.2017
Eine vielschichtige Nutzung zeigte der Vorentwurf für den Neubau am Ahornweg auf.

„Natürlich handelt es sich bei dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses um einen Zweckbau, der gut funktionieren soll“, sagte der Illertisser Bürgermeister Jürgen Eisen nach der Präsentation des Vorentwurfs samt Nachfragen der Stadträte, „aber eines muss auch klar sein: Wenn weitere Sonderwünsche da sind, bekommen wir ein finanzielles Problem.“ In den Überlegungen dürfe man nicht vergessen, das das Gebäude zu 90 Prozent leer stünde. Eisen machte damit keinen Hehl daraus, dass ihn die um mehr als 1,5 Millionen Euro gestiegenen Baukosten für das Vorhaben am Ahornweg stören. Schließlich ging man in der Planung aus dem Jahr 2015 noch von 7,4 Millionen Euro aus, doch laut derzeitiger Berechnung des Büros Braunger & Wörz auf Grundlage des vorgestellten Vorentwurfs belaufen sich die Gesamtkosten nun auf 8,96 Millionen Euro. Da das geplante neue Feuerwehrgerätehaus nicht nur eine reine Illertisser Einrichtung ist, sondern auch vom Kreis genutzt wird, soll der Landkreis rund 2,24 Millionen Euro des Projekts tragen. So blieben 6,72 Millionen Euro an der Stadt Illertissen hängen.

So gab es seitens des Stadtrats Nachfragen bezüglich der Mehrkosten. Mehrere Faktoren spielten für die Steigerung der Gesamtkosten eine Rolle: Einerseits seien die Baunebenkosten mit 15 Prozent viel zu niedrig angesetzt worden. „Das war schlicht eine falsche Annahme, das ist nicht zu schaffen“, sagte Architekt Berthold Braunger, „realistisch ist ein Wert von 20 bis 25 Prozent.“ Andererseits seien im Verlauf zwischen der ersten Schätzung und dem jetzigen Vorentwurf zwei Jahre vergangen, in denen die Baupreise gestiegen seien. Und überdies: Bezüglich der Ausstattung habe man nachgebessert.

Unabhängige Zufahrtsbereiche

So stellte Architekt Braunger den Stadträten ein mögliches Feuerwehrgerätehaus vor, das vielschichtige Nutzungsmöglichkeiten bietet. Einer der zentralen Punkte dabei: Es gibt getrennte Wege für die Einfahrt der alarmierten Feuerwehrleute und der Abfahrt der Einsatzfahrzeuge. „Wenn es brennt, muss es schließlich schnell gehen“, sagte Braunger. Stück für Stück ging der Architekt das Gebäude durch, von der Ankunft der Feuerwehrleute, über die Umkleide, die Waschhalle, den Übungsbereich, den Vollturm mit einer Höhe von 23 Metern, der Werkstatt, dem technischen Bereich, dem Lager, der Schlauchwaschanlage, der Funkwerkstatt mit Wartungsbereich bis hin zur Kommando-Einsatzzentrale für Illertissen und den Landkreis. Und das war nur das Erdgeschoss. Im ersten Obergeschoss kommen die Büros für Zugführer und Kommandant dazu wie auch die Floriansstube, die auch Bereitschaftsraum ist, der Jugendraum, ein Schulungsraum für bis zu 100 Personen, eine Küche und ein Vereinslager. Zweigeschossig ist die Atemschutzübungsanlage, um auch Treppengänge einzuüben. „In Absprache mit den Feuerwehrleuten haben wir damit ein für die Zukunft ausgerichtetes Feuerwehrhaus“, sagte Bürgermeister Eisen.

Nach dem Ende der Präsentation zeigte sich Stadtrat Ansgar Bauer erfreut über die vielen Möglichkeiten, bemängelte aber kaum Erweiterungsmöglichkeiten – zumal Räume für den Kreis dann womöglich zwischen den Räumen für die Illertisser Wehr seien. Architekt Braunger zeigte allerdings Möglichkeiten für eine Erweiterung auf: Einerseits hätten beispielsweise Werkstatt und Stellplätze die gleiche Größe und seien damit austauschbar. Andererseits sei eine Erweiterung Richtung Westen durchaus machbar.

Die weitere Vorgehensweise sieht nun vor, dass die Stadtratsfraktionen den Vorentwurf beraten. Ein Beschluss mit Zustimmung zum Vorentwurf ist zur Stadtratssitzung im Januar geplant.