Weißenhorn / Claudia Schäfer  Uhr

Der Stolz war Bürgermeister Wolfgang Fendt anzumerken, als er gestern beim Neujahrsempfang in der Stadthalle vor über 200 Gästen aus Politik, Vereinen und Bürgerschaft die Leistungen und Pläne der Stadt im vergangenen und gerade begonnenen Jahr hervorhob.

Viele Projekte seien umgesetzt worden, so der Ausbau der Ganztagsbetreuung an den Grundschulen, das Dorfzentrum Bubenhausen, die Fernwärme. Der Familienstützpunkt werde bald eröffnet, das Haus der Vereine langsam Wirklichkeit. Kulturell stehe Weißenhorn mit dem Kuen-Jubiläum ein Highlight bevor.

Man sehe, sagte Fendt, „wie prächtig sich die Stadt entwickelt hat“. Und das trotz des einzigen Wermutstropfens, der um acht Millionen geringeren Gewerbesteuer. Die finanziellen Ausfälle könnten dank des „Augenmaßes“ bei den politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre über das „Sparbuch“ der Stadt, sprich die Rücklagen, kompensiert werden, Kredite brauche es nicht.

Und es solle so weiter gehen in den Bemühungen, Neues zu schaffen, Schönes zu erhalten und die Lebensqualität in Weißenhorn zu erhöhen, sagte Fendt. Ein großes Thema sei Wohnraum. Für Obdachlose und finanziell schlecht Gestellte entstünden im Sternberger Weg Wohnungen, die Wohnungsgesellschaft werde neue Projekte angehen.

Kurze Wege für ältere Menschen

Auf dem Rössle-Areal und in der Diepold-Schwarz-Straße sieht Fendt zwei neue Stadtviertel. Das Rössle-Areal gehöre fast ganz der Stadt, könne großräumig überplant werden, auch mit Blick auf den Bedarf an Seniorenwohnungen: „Von dort sind die Wege kurz zu Apotheke, Metzger, Bäcker und Supermarkt.“ Für die Diepold-Schwarz-Straße sei ein Rahmenplan angedacht, alle Eigentümer wollen mitziehen. Die Zukunft der Weißenhorner Stiftungsklinik sieht Fendt als gesichert an: „Ich hätte auch wenig Verständnis dafür, Bewährtes zu zerschlagen.“ Vorstellbar ist für ihn eher eine Erweiterung der Klinik in einem neuen Naherholungsgebiet, das sich vom Schwimmbad über die Schilleranlage bis Hegelhofen ziehen soll.

Viel Lob zollte Fendt den Ehrenamtlichen, die sich in Weißenhorn in Vereinen, Gruppierungen und Hilfsorganisationen engagieren. Um diesen Einsatz zu unterstützen, habe die Stadt begonnen, eine Freiwilligenagentur aufzubauen. An die könne sich jeder wenden, „der kleine Sorgen hat oder Hilfe braucht“. Ansprechpartnerin ist Jennifer Heisler.

Die Ehrennadel der Stadt für herausragende Leistungen erhielt „Landrauschen“-Regisseurin Lisa Miller. Mehr als die Weißenhorner Filmemacherin könne man nicht leisten. „um den Bekanntheitsgrad der Stadt zu erhöhen“, lobte Fendt. Miller regte in ihrer Dankesrede an, einen Kulturfördertopf ins Leben zu rufen, der die finanzielle Förderung „kreativer Köpfe“ ermögliche.

Geehrt wurde zudem das Team der Schranne, das seit 2009 ehrenamtlich ein kulturelles und künstlerisches Programm im ältesten Gebäude der Stadt organisiert. Jutta Kempter, Christine Holzer, Martina Hettmer, Heidi Kindermann, Hans Zanker, Thomas Schulz und Volker Drastik seien Garanten für ein „fantastisches Kleinkunstprogramm“, so der Bürgermeister. Zum ersten Mal verliehen wurde der Jugendförderpreis.  Er ging an die beiden 13-jährigen Lebensretter Max Müller und Levin Zacher sowie an das Team der Stadtranderholung und die Jugendfeuerwehr (Bericht folgt).