Stadtbild Neuer Besitzer für „Krone“ in Vöhringen

Er prägt eine hervorstechende Ecke in Vöhringen:  der alte Gasthof „Krone“.
Er prägt eine hervorstechende Ecke in Vöhringen:  der alte Gasthof „Krone“. © Foto: Dave Stonies
Vöhringen / Ingrid Weichsberger 13.02.2018

Das Gasthaus „Zur Krone“ gehört zu den wenigen Gebäuden in Vöhringen, die den Wandel vom armen Bauerndorf zur Industriestadt überlebt haben. Nun hat dort wieder der Besitzer gewechselt und das Haus steht derzeit leer. Die Gastwirtschaft steht an einer markanten Ecke, am Beginn der umgebauten Ulmer Straße und an der  Einfahrt in den modernisierten Teil der Bahnhofsstraße. Da es zur Gestaltung der Ulmer Straße einen Architektenwettbewerb gab, gibt es auch Gestaltungsvorschläge für die Gebäude an dieser sehr belebten Straße.

Bürgermeister Karl Janson erklärte, dass es seit dem Jahr 2004 dazu nicht nur ein Handbuch, sondern auch finanzielle Zuschüsse gebe. Bedingung sei jedoch, dass diese Richtlinien  eingehalten werden. Janson: „Wir sind mit dem neuen Eigentümer im Gespräch“. Schon im Jahr 1834 wurde die Kronenwirtschaft unter dem Hausnamen „Thaddä“ der Eigentümerin Josepha Zeller registriert. Zu jener Zeit legten allerdings nur durchreisende Bauern mit ihren Fuhrwerken einen Stopp ein, denn Vöhringen hatte im Gegensatz zu den benachbarten Dörfern Illertissen und Weißenhorn kein Handelsrecht.

Vereinslokal von 1920 an 

Anders wurde es erst als in Vöhringen Vereine gegründet wurden. Im Jahr 1920 wurde die „Krone“ zum Vereinslokal der Fußballer auserkoren. Dort wurde nicht nur die Kameradschaft gepflegt, sondern auch die Mitgliederversammlungen abgehalten – allerdings im Saal über der Gastwirtschaft.

Zwanzig Jahre später zog der Kaninchenzuchtverein ebenfalls ein. Im Saal wurden in gut besuchten Ausstellungen die schönsten Kaninchen der Öffentlichkeit präsentiert.

Auch die Narren brauchten während der Fastnacht den Kronensaal. Am Gumpigen Donnerstag gingen viele Maskierte in Gruppen auf Tour. Gestartet wurde meistens in der Bahnhofrestauration und der Weg führte die Nacht über bis zum Schützenheim nahe der Iller. Für ganz hartgesottene Narren endete die Vergnügungstour morgens in der „Friedenslinde“, einem ebenfalls historischen Lokal.

Im Saal der „Krone“ wurde jedoch nicht nur getrunken und gefeiert, sondern auch heftig getanzt. Die Zimmerdecke zwischen der Gastwirtschaft besteht aus Holzbalken. Diese Tanzerei blieb nicht ohne Wirkung auf das hölzerne Innenleben – und so rieselte unten der Deckenputz in die Biergläser der Gäste. Schließlich war Schluss mit lustig und der Saal wurde für Tanzveranstaltungen gesperrt.

Gewechselt haben in der „Krone“ in all den Jahren nicht nur die Gastwirte, sondern das Lokal wurde von der Oberkirchberger Brauerfamilie Möhle verkauft. Mehrmals wurde sogar der Name des Lokals getauscht. Schließlich ging aus der „Krone“  der „ verkaufte Großvadder“ hervor und die Geschichte endet nun mit der „Zentrale“.

In der jüngeren Vergangenheit gab es in der „Krone“ sogar zwei Lokale, denn der Saal wurde für den Betrieb von Spielautomaten genutzt. Und als das westlich der Wirtschaft gelegene Holzhaus der Leih-Bücherei Branz abgerissen wurde, war sogar eine Außenbewirtung möglich.

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