Bauen Neue Heizung für Sankt Martin

Jahrelang wurde geplant und gesammelt, jetzt ist es soweit: Die Kirche St. Martin in Illerberg wird saniert.
Jahrelang wurde geplant und gesammelt, jetzt ist es soweit: Die Kirche St. Martin in Illerberg wird saniert. © Foto: Ingrid Weichsberger
Ingrid Weichsberger 12.05.2018

Die Kirche Sankt Martin im  Stadtteil Illerberg ist leer, die Kirchenbänke sind entfernt und deren Podeste stapeln sich vor dem Eingang. Die aufwendigen Renovierungsarbeiten sollten bis zum kommenden Osterfest abgeschlossen sein, hofft Kirchenpfleger Martin Lieble.

„Diese Kirche gehört einfach in unser Dorf“, stellt er fest und lobt das Engagement der Bürger. Mit Veranstaltungen, Flohmärkten, Altmetallsammlungen haben sich die Vereine und die Pfarrgemeinde für ihre Kirche engagiert. Martin Lieble hofft indes noch auf weitere Spenden.

Zuletzt war das Gotteshaus vor fasst 40 Jahren überarbeitet worden, 1980 wurde St. Marin nach der damaligen Renovierung wieder geöffnet. Im inzwischen leer geräumten Gotteshaus wird deutlich, dass Staub und Ruß mittlerweile das einst strahlende Weiß des Kirchenraums in ein Grau verwandelt haben.

Martin Lieble führt dies nicht nur auf den Ruß von brennenden Kerzen, sondern auf die alte Heizung zurück. Deren offene Heizstäbe sind inzwischen entfernt, nur noch die am Boden liegenden zahlreichen Elektrokabel erinnern daran. Eine technisch neue, moderne Heizung soll künftig dafür sorgen, dass die Kirchenbesucher im Winter nicht frieren.

Testweise ist der Ruß bereits von den Wänden entfernt worden: Auf der Empore haben Arbeiter an einer Wand Latex aufgetragen und nach dem Trocknen wieder abgezogen – wie erhofft, mit dem Rußbelag. Allerdings könne diese Methode nur an glatten Flächen angewendet werden, erläutert Lieble. An den zahlreichen Verzierungen aus Stuck und mit Goldbelag bringe diese Variante nichts. „Da ist sehr viel Handarbeit nötig“, erläutert der Kirchenpfleger.

Nicht strahlend weiß, sondern auch barrierefrei soll der Eingang zum Gotteshaus gestaltet werden. Außerdem werden die Kirchenbänke in der Länge etwas gekürzt, damit diese von zwei Seiten begehbar sind. Lieble: „Künftig muss niemand mehr durchrutschen, wenn ein Besucher etwas später kommt“. Bis die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, finden die Gottesdienste im Pfarrheim statt. Bei besonderen Anlässen darf jedoch die Aula der Grundschule genutzt werden.

Investitionen: zwei Millionen Euro

Zuschuss Rund zwei Millionen Euro sind für die Renovierung des Kircheninnern veranschlagt und etwa 400 000 Euro wird die Kirchengemeinde beisteuern müssen. 200 000 Euro werden aus der Stadtkasse beglichen. Die Höhe des Zuschusses sorgt für Verärgerung im Ort. Vor allem die SPD reibt sich daran, dass hier deutlich die Obergrenze von 50 000 Euro überzogen wird. Die Mehrheit im Stadtrat war eben dafür.

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