Weißenhorn Neue Bahnverbindung nach Senden: Nachfrage übertrifft Erwartungen

Auf dem Weißenhorner Bahnhof hat Landrat Thorsten Freudenberger über die neue Bahnverbindung nach Senden und Ulm informiert.
Auf dem Weißenhorner Bahnhof hat Landrat Thorsten Freudenberger über die neue Bahnverbindung nach Senden und Ulm informiert. © Foto: Claudia Schäfer
Weißenhorn / CLAUDIA SCHÄFER 11.07.2014
Sechs Monate nach dem Start übertrifft die Beliebtheit der Bahnverbindung zwischen Weißenhorn, Senden und Ulm alle Erwartungen. Mehr als 2000 Fahrgäste nutzen jeden Werktag den "Weißenhorner".

Von einem "erfolgreichen Neustart" hat gestern der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger am Rande einer Informationsveranstaltung für Senioren zum Thema Nahverkehr am Weißenhorner Bahnhof gesprochen. Anstatt geschätzten 1800 nutzten jeden Werktag mehr als 2000 Fahrgäste das Angebot.  Auch was die Pünktlichkeit des "Weißenhorner" angehe,  der neuen Verbindung auf der sanierten Trasse zwischen Weißenhorn und Senden, seien mit 97 Prozent alle Erwartungen übertroffen worden. "Die Anstrengungen für die Wiederbelebung des Bähnle haben sich gelohnt."

Der Landrat kündigte an, sich auch künftig dafür einzusetzen, den öffentlichen Personennahverkehr voranzubringen. An einigen Verbesserungen werde schon gearbeitet: So verhandle die RAB als Betreiber mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft darüber, den jeden Morgen überfüllten 7-Uhr-Zug von Weißenhorn nach Ulm mit einem dritten Zugteil auszustatten.

Freudenberger räumte ein, dass es bei der Umsetzung des neuen Nahverkehrskonzepts in den ersten Wochen vor allem im Schulbusverkehr Schwierigkeiten gab. Darauf sei reagiert worden. Weitere Neuerungen werde es im Süden des Landkreises geben. Dort soll es nach einem Beschluss des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses ab dem Fahrplanwechsel im Dezember weitere flexible Bedarfsangebote nach dem Vorbild des im Raum Weißenhorn, Roggenburg und Pfaffenhofen eingesetzten "Pfiffibus" geben.

Laut Josef Brandner, dessen Krumbacher Busunternehmen BBS den "Pfiffibus" stellt, nutzen derzeit monatlich bis zu 1600 Fahrgäste den so genannten Rufbus. Eine "interessante Zahl", die zeige, dass ein Rufbus-System auch im ländlichen Raum funktioniere. Doch stehe und falle der Erfolg mit der Akzeptanz: Jeder potenzielle Fahrgast sei gefordert, die Angebote im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu nutzen, um sie zu erhalten.

Oliver Mayer von der RAB als Betreiber des "Weißenhorner" betonte gestern gegenüber den rund 60 Senioren bei der Infoveranstaltung die Vorteile des neuen Nahverkehrskonzepts, bei dem das Zug- und Busangebot optimal aufeinander abgestimmt seien. So könnten Fahrgäste des neuen Zuges für ihre Ausflüge dank einer Sonderregelung das Bayern- und das Baden-Württemberg-Ticket nutzen.

Fragen der Senioren zum Fahrplan und zur Bedienung des Fahrkartenautomaten erklärten die Fachleute von RAB, DING und Landkreis im persönlichen Gespräch. Wer nicht zufrieden sei mit dem ÖPNV oder Probleme habe, solle sich auf jeden Fall melden, gaben DING-Geschäftsführer Thomas Mügge und der Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt den Bürgern auf den Weg. Mügge: "Nur wenn wir wissen, was nicht passt, können wir besser werden."

Neue Trasse

Sanierung 1967 war der Personenzugverkehr zwischen Senden und Weißenhorn eingestellt worden. Seitdem fuhren dort in der Regel nur noch Güterzüge. Für rund zehn Millionen Euro haben die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) die gut neun Kilometer lange Bahnstrecke sanieren lassen. Die Fahrtzeit zwischen Ulm und Weißenhorn beträgt nun 23 Minuten. Die Züge verkehren jeden Tag stündlich.

 

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