Versammlung Neu-Ulmer Grüne wählen neuen Kreisvorstand

Der neue Vorstand und erweiterte Vorstand des Kreisverbands der Neu-Ulmer Grünen. Die Flagge halten Mechthild Destruelle und Tilman Hirth.
Der neue Vorstand und erweiterte Vorstand des Kreisverbands der Neu-Ulmer Grünen. Die Flagge halten Mechthild Destruelle und Tilman Hirth. © Foto: Bianca Frieß
Neu-Ulm / Bianca Frieß 30.11.2017
Bildung und Verbraucherpolitik: Diese Schwerpunkte setzt der Vorsitzende der Neu-Ulmer Grünen, Tilman Hirth. Beim Thema Nuxit gehen die Meinungen im Verband auseinander.

Das Bildungssystem soll homogener werden, die Verbraucherpolitik gerechter: Diese Schwerpunkte setzt der neue Vorsitzende der Grünen im Neu-Ulmer Kreisverband, Tilman Hirth (29). Im diesjährigen Bundestags-Wahlkampf hat sich der Lehrer vor allem um die Präsenz der Partei in den sozialen Medien gekümmert. An der Spitze des Kreisverbands steht er nun zusammen mit Stadträtin Mechthild Destruelle (50), die in der Mitgliederversammlung am Dienstagabend wiedergewählt wurde. Holger Greif wollte nach zehn Jahren als Vorsitzender nicht wieder kandidieren, im erweiterten Vorstand ist er aber weiterhin vertreten. Kassierer des Kreisverbands bleibt Klaus Rederer – als einziger Bewerber. „Mittlerweile mach ich’s gerne“, sagt er.

Ein Thema, das die Grünen an diesem Abend beschäftigte: Die geplante Kreisfreiheit der Stadt Neu-Ulm. Dabei gehen die Meinungen auseinander. Vorsitzende Destruelle sieht „große Chancen für die Stadt Neu-Ulm“, etwa was die Entwicklungsmöglichkeiten des Nahverkehrs und des Sozialwesens betreffe. „Verwaltungen in kleineren Einheiten funktionieren oft besser“, sagte sie. Kassierer Rederer ist anderer Ansicht. „Die letzten 40 Jahre waren alles andere als zum Schaden der Stadt“, sagte er. Viele Investitionen seien nur deshalb nach Neu-Ulm geflossen, weil sie eine Kreisstadt war. „Und jetzt, wo es der Stadt immer besser geht, kündigt sie die Solidarität auf.“ Viele der Mitglieder wirken in der Nuxit-Frage auch noch unentschlossen, einigen gefällt das bisherige Vorgehen nicht. Die Diskussion werde zu emotional geführt, hieß es mehrmals.

Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz berichtete auch von den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen. „Das Herz heult hinterher“, sagte sie: „Wir hätten vieles in Bewegung gebracht.“ Wie es nun weitergeht? Die Partei bleibe für alle Konstellationen offen. „Aber bei den Inhalten muss Grün drin sein.“