Prozess Neu-Ulm: 57-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt

Neu-Ulm / Bianca Frieß 16.08.2018

Er hat sich Polizisten widersetzt und ist betrunken Auto gefahren: Dafür ist ein 57-Jähriger aus dem Kreis Neu-Ulm vom Amtsgericht Neu-Ulm zu einer Geldstrafe von 1650 Euro verurteilt worden. Ursprünglich war der Mann auch wegen Körperverletzung angeklagt – das wurde aber fallen gelassen.

Hinter dem Fall steckt ein „Familiendrama“, stellte Richter Thomas Mayer fest. Bis vor kurzem lebte der 57-Jährige bei seiner jetzigen Ex-Freundin und deren 20-jährigem Sohn. „Jeden Tag gab es Streitereien“, sagte der Angeklagte. So auch am Ostersonntag. Der 57-Jährige hatte getrunken: „Chantré – das Übliche.“ Es kam zu einer Rangelei. Ob der Mann dabei den 20-Jährigen geschlagen hat, konnte das Gericht nicht genau feststellen. „Ich weiß nicht, es war nicht schlimm“, sagte der junge Mann. Trotzdem rief er die Polizei. Der 57-Jährige verließ das Haus, die Beamten folgten ihm. Auf einem Friedhof stellten sie ihn. „Er hat uns aggressiv zu verstehen gegeben, dass wir verschwinden sollen“, sagte einer der Polizisten. Der Mann habe sich massiv gegen die Festnahme gewehrt, die Beamten beleidigt.

Führerschein  eingezogen

Einige Wochen später rückte die Polizei wieder an. Diesmal hatte die Freundin des 57-Jährigen gemeldet, dass dieser betrunken Auto fahre. Er war auf dem Weg zu einem Wald, eine Polizeistreife fuhr hinterher. Der Angeklagte hatte eine zu zwei Dritteln geleerte Flasche Chantré bei sich – Bluttests ergaben einen Wert von mehr als 1,5 Promille. Der 57-Jährige behauptete, erst auf dem Parkplatz beim Wald getrunken zu haben. Allerdings traf die Polizei nur Sekunden nach ihm dort ein. Vor Gericht wurde diskutiert: Ist es möglich, in dieser Zeit so viel zu trinken? Nein, meinte Mayer. „Das entspricht nicht der Lebenserfahrung.“ Seinen Führerschein musste der 57-Jährige abgeben, erst nach acht Monaten darf ihm wieder eine Fahrerlaubnis erteilt werden.

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