Initiative Neu-Ulm will Fairtrade-Kreis werden

Langenau ist immer wieder Austragungsort regionaler Fairtrade-Treffen – wie hier im vergangenen Herbst im Pfleghof.  Referent Uwe Kleinert (rechts) hat eine Jacke der Stadtreinigung Würzburg mitgebracht, die auf fair gehandelte Arbeitskleidung setzt.
Langenau ist immer wieder Austragungsort regionaler Fairtrade-Treffen – wie hier im vergangenen Herbst im Pfleghof.  Referent Uwe Kleinert (rechts) hat eine Jacke der Stadtreinigung Würzburg mitgebracht, die auf fair gehandelte Arbeitskleidung setzt. © Foto: Josephine Schuster
Neu-Ulm / Bianca Frieß 04.08.2018
Der Kreis Neu-Ulm will sich um ein Fairtrade-Zertifikat bewerben – wie schon einige andere Kommunen in der Region.

Kaffee, Früchte, Textilien: Inzwischen gibt es auf dem deutschen Markt viele Produkte, die fair produziert und gehandelt wurden. „Wir wollen dafür ein Bewusstsein schaffen, damit die Bürger beim Einkauf mehr darauf achten“, sagt Florian Drollinger, Klimaschutzbeauftragter des Landratsamts Neu-Ulm.

Künftig arbeitet er auch als Sprecher einer Fairtrade-Steuerungsgruppe, die sich vor kurzem zum ersten Mal getroffen hat. Denn der Landkreis Neu-Ulm möchte Fairtrade-Kreis werden. Ziel ist es, bis Herbst alle Kriterien zu erfüllen, um sich um die Zertifizierung der Initiative „Transfair“ zu bewerben. Dazu gehört unter anderem, dass einige Gewerbe- und Gastronomiebetrieben im Landkreis entsprechende Produkte anbieten und diese auch in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet werden. Der Aufwand für den Kreis ist dabei überschaubar. „Wir müssen eine Handvoll dazugewinnen, aber das ist machbar“, sagt Drollinger. „Wir profitieren schon von der Vorarbeit der Kommunen.“

Denn drei Städte im Kreis dürfen sich schon mit dem Fairtrade-Siegel schmücken: Neu-Ulm, Weißenhorn und Illertissen, dazu kommen noch zwei Schulen. Bei Senden läuft derzeit die Bewerbung. Und auch im Alb-Donau-Kreis bemühen sich drei Kommunen um das Thema: Langenau, Dornstadt und Blaustein sind ausgezeichnete „Fairtrade-Towns“, ebenso wie Ulm und die Stadt Günzburg. Mit der Zertifizierung ist es aber nicht getan, sagt Drollinger. „Wir wollen, dass das richtig umgesetzt wird, dass da Leben reinkommt.“ Es sollen viele Aktionen organisiert werden, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Auch die Bildungsarbeit soll eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehöre nicht nur, Schüler über Fairtrade zu informieren. Generell sollen die Menschen über den vernünftigen Umgang mit Ressourcen aufgeklärt werden.

Beim ersten Treffen der Steuerungsgruppe wurden schon einige Ideen gesammelt – genaues will der Klimaschutzmanager noch nicht verraten. Nur so viel: Er könne sich Info-Veranstaltungen und eine Ausstellung zum Thema im Landratsamt vorstellen. Im Herbst will die Steuerungsgruppe sich wieder treffen, dann wird das genauer besprochen. Auch eine Zusammenarbeit mit benachbarten Kreisen und Kommunen wie Langenau wäre in Zukunft möglich. Er könne sich gemeinsame Aktionen vorstellen, sagt Drollinger: „Umso weiter verbreitet, umso mehr Aufmerksamkeit. Das wäre schön.“

Neu-Ulm als Vorreiter unter den Landkreisen

Kampagne In ganz Deutschland beteiligt sich eine Vielzahl an Kommunen an der Kampagne „Fairtrade-Towns“. Bei den Landkreisen ist Neu-Ulm Vorreiter: In der näheren Umgebung trägt nur der Kreis Heidenheim das Siegel, als einer von drei Landkreisen in Baden-Württemberg. In Bayern sind zehn Kreise ausgezeichnet oder auf dem Weg dahin.

Gruppe Die Steuerungsgruppe setzt sich aus Mitgliedern der Steuerungsgruppen der Fairtrade-Städte Neu-Ulm, Illertissen und Weißenhorn, Vertretern der Hochschule Neu-Ulm, Schulen und Weltläden sowie Vertretern der Kreistagsfraktionen und Verwaltung des Landratsamts zusammen.

Mitarbeit Wer in der Gruppe mitarbeiten möchte, kann sich bei Florian Drollinger melden: unter Tel. (0731) 70 40 32 20 oder per Mail an florian.drollinger@lra.neu-ulm.de

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