Schüler aus Nersingen unterstützen Stammzellen-Typisierung Nersinger Schüler arbeiten, um Leukämiekranken zu helfen

Zeigen Engagement: Leonie (13, links) und Nina (14) helfen in der Bücherei. 
Zeigen Engagement: Leonie (13, links) und Nina (14) helfen in der Bücherei.  © Foto: Barbara Hinzpeter
Nersingen / Barbara Hinzpeter 14.02.2019

Nina und Leonie sitzen vor einem Berg ausgemusterter Bücher und trennen die Umschläge ab. Die sind mit Folie beklebt und können nicht mit dem Altpapier entsorgt werden, das die Vereine sammeln. Mit scharfen Cuttern machen sich die Achtklässlerinnen an den Einbänden   zu schaffen. Bücher zerstören sei nicht gerade das typische Geschäft der Bücherei, sagt Gisela Bevilacqua, Leiterin der Nersinger Jugendbibliothek. Weil die montags geschlossen ist, werden Arbeiten im Hintergrund erledigt.

Für das Entsorgen der überalterten Exemplare ist aber selten Zeit. Deshalb ist Gisela Bevilacqua froh über die Hilfe der Schülerinnen. Nicht nur in der Bücherei und im Nersinger Rathaus schaffen an diesem Montagvormittag Kinder und Jugendliche der Anton-Miller-Schule Straß, sondern auch in der Schule selbst, im Einzelhandel, in einer Druckerei und anderen Firmen am Ort.

In Betrieb oder daheim schaffen

Eine ehemalige Schülerin, Klassenkameradin des an Leukämie erkrankten 17 Jahre alten Lukas H. aus Unterfahlheim, hatte die Aktion „Arbeiten für Spenden“ angeregt: Einen Vormittag lang schaffen die Schüler in einem Betrieb – oder daheim im Haushalt. Der Lohn, den sie bekommen, soll gespendet werden, um damit die Kosten für Stammzellen-Typisierungen zu bezahlen.

Wie berichtet, waren kürzlich mehr als 1300 Männer und Frauen dem Aufruf des Elchinger Fischereivereins gefolgt und hatten sich ins Knochenmark-Register aufnehmen lassen. Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen, die dafür nicht infrage kommen, können mit Geldspenden helfen.

Daher erklärten sich die Grund- und Mittelschüler aus Straß sofort bereit zum Arbeitseinsatz, den Schulleitung und Lehrer gerne unterstützten, wie Rektorin Irmgard Neureuther sagte. Letztlich fanden alle Schüler einen Platz, und sei es im Haushalt von Eltern oder Großeltern. Auch in der Schule selbst wurden sie gebraucht beim Ausmisten von Schränken. „Voll gut“, fand Neuntklässlerin Aurika den Einblick in die Verwaltung, den sie bei Ihrem „Job“ im Rathaus bekam. Sie sagte: „Es macht voll Spaß. Alle sind freundlich, und die Atmosphäre ist gut.“ Auch Nina und Leonie waren zufrieden, obwohl Gisela Bevilacqua sich sorgte, die eintönige Arbeit könnte ätzend sein.

Zu helfen, ist für die Mädchen selbstverständlich. Man müsse sich ja nur vorstellen, selbst in der Situation von Lukas zu sein, sagte Leonie. Auch sonst nehmen die  Nersinger Anteil. Ohne zu zögern, hätten Bürgermeister und Gemeindeverwaltung die Aktion der Schüler unterstützt, sagte Beate Müller. Auch der Senioren-Arbeitskreis habe eine Spende von mehr als 600 Euro beigesteuert – den Erlös aus der „Hoigarta“-Reihe. Die Übergabe der Spenden aus der Schüleraktion ist laut Irmgard Neureuther am 22. Februar.

Typisierungsaktion am Sonntag in Senden

Verein Mit dem Verein „Heart for Life“ organisiert die Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ (AKB) in  Senden eine  Typisierungsaktion für Lukas und andere Betroffene. Die Aktion findet am kommenden Sonntag, 17. Februar, von 11 bis 16 Uhr, im Sendener Bürgerhaus statt.

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