Betreuung Nersingen: Tagespflege für Kinder bewerben

Nersingen / Roland Schütter 17.05.2018

Einstimmig hat der Nersinger Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die Möglichkeit der Kindertagespflege zu bewerben und attraktiver zu gestalten. Dazu sollen Gutscheine für die Erstausstattung – etwa für Wickeltisch und Spielgeräte – für die Kinderbetreuung auf Antrag ausgegeben werden. Insgesamt 20 000 Euro bewilligten die Räte für 2018. Bürgermeister Erich Winkler hatte zuvor von einer aus der Not geborenen Maßnahme gesprochen, derzeit fehlen in der Gemeinde 36 Plätze in der Kinderbetreuung.

Simone Gottwald-Blaser vom Jugendamt des Landratsamts warb in ihrem Vortrag dafür, Personen in der Kommune zu finden, die bereit sind, als selbständige Tageseltern tätig zu werden und sich durch Qualifizierungskurse ausbilden zu lassen. Notwendig sind ein Grundkurs mit 30 sowie ein berufsbegleitender Aufbaukurs mit 70 Unterrichtseinheiten. Die Kosten werden vom Landkreis übernommen, der sich auch um die Vermittlung von Pflegeperson und Pflegekind kümmert.

Die Kinder werden stundenweise oder ganztags im Haushalt betreut. Notwendig ist die Ausbildung, eine Eignungsprüfung, die Vorlage einer medizinischen Stellungnahme sowie ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Bis zu fünf Kinder dürfen von einer solchen Fachperson gleichzeitig in die Obhut genommen werden.

„Seit 2005 gibt es in Bayern diese gesetzliche Förderung und sie ist eine gute Säule in der Betreuungslandschaft geworden. Im Freistaat gehen 11 500 Kinder zur Tagesmutter“, sagte Simone Gottwald-Blaser.

Hohe Vermittlungsquote

Im Landkreis Neu-Ulm gibt es nach ihren Worten eine hohe Vermittlungsquote. „Wir sind gut ausgelastet.“ Für diese Tätigkeit gebe es keine Altersgrenze. Gottwald-Blaser: „Es gibt auch 62-Jährige, für die eine Kinderbetreuung im Ruhestand eine erfüllende Tätigkeit ist.“

Grundsätzlich sind diese nicht an Weisungen des Landratsamtes gebunden, da sie selbständige Unternehmer seien und einen privatrechtlichen Betreuungsvertrag mit den Eltern abschließen. Darin wird die Dauer des Aufenthalts in der Familie, die Frage, wer das Kind abholen darf und ob Ausflüge mitgemacht werden dürfen, geklärt.  Entscheidend ist für die Jugendamt-Mitarbeiterin die Vertrauensbasis.

„Wir sprechen vor allem Familien mit kleinen Kindern an, händigen Flyer aus und machen auf dieses Angebot aufmerksam“, sagte Hauptamtsleiter Fabian Sniatecki. Für ihn wäre es ein schöner Erfolg, wenn in Nersingen bald ein Grundkurs stattfinden könnte.