Nersingen Nersingen: Diözese genehmigt nur halbe Stelle

MIRANDA TIEPERMANN 04.04.2013
Die Pfarreiengemeinschaft Nersingen muss ein halbes Jahr ohne Gemeindereferentin auskommen - viel Arbeit für Pfarrer Bühler und andere Helfer.

Seit dem 16. Februar ist die katholische Pfarreiengemein-schaft Nersingen ohne Gemeindereferentin. Zum 1. September soll die Stelle neu besetzt werden. Pfarrer Georg Leonhard Bühler hat Hoff-nung, dass es mit der Nachfolge klappt. Zwar gibt es noch keine offizielle Stellungnahme seitens der Diözese Augsburg, die das letzte Wort hat und auch die Beauftragung ausspricht. Doch soweit Bühler informiert ist, wurde "die Nachfolgerin bereits gefunden".

Pfarrer Bühler hatte Ende Februar dazu ein Gespräch mit einer potenziellen Bewerberin geführt. Das ist für die Pfarrgemeinde eine ermutigende Perspektive, denn pastorale Kräfte sind rar. "Es ist nicht einfach jemand zu finden." Auf 30 Stellen, die in der Diözese ausgeschrieben waren, fanden sich gerade einmal zwölf Personen, die in Frage kamen.

Ein Wermutstropfen hat das Ganze allerdings. Im Rahmen der "Pastoralen Raumplanung 2025" wurden Kürzungen beschlossen. Künftig werde nur noch eine halbe Stelle genehmigt, bedauert Bühler. Dabei sei die Arbeit eines Gemeindereferenten gerade auch in der Pfarreiengemeinschaft Nersingen sehr komplex. In der Vollzeitstelle reichte sie von Religionsunterricht bis Jugendarbeit, von Kommunionvorbereitung bis Wortgottesdienst im Seniorenzentrum.

Die bisherige Gemeindereferentin Barbara Granz trat am 1. September 2001 ihren Dienst an - zunächst in den Pfarreien St. Ulrich in Nersingen und St. Dionysius in Oberfahlheim. Am 1. September 2003 kam St. Johann Baptist in Straß hinzu. Dies war auch der Gründungstag der Pfarreiengemeinschaft. Vor kurzem verließ Granz allerdings nach elfeinhalb Jahren in Vollzeitbeschäftigung Nersingen.

Als Interimslösung ersetzen verschiedene Personen die fehlende Gemeindereferentin bis September. Für die ausfallenden sieben Stunden Religionsunterricht an den Grundschulen Nersingen und Oberfahlheim konnte die Schulbeauftragte des Dekanats, Gabi Laurle, zwei neue Kräfte finden. Organisatorische Aufgaben bei Kommunion- und Firmvorbereitung übernimmt Pfarrer Bühler selbst. Um die Jugendarbeit kümmern sich Silke Schönefeldt (Mesnerin) und Barbara Endres, die im vergangenen Jahr eine neue Jugendgruppe eröffneten. Die Erwachsenenbildung organisiert auch Pfarrer Bühler, zusammen mit den Verantwortlichen aus den Pfarreien Oberfahlheim und Straß.

Dem Kinder- und Jugendgottesdienst-Team gehören derzeit Pfarrer Bühler, Mesnerin Schönefeldt und Pfarrsekretärin Yvonne Schwarz an. Bei den Wortgottesdiensten im Seniorenzentrum springen zusätzlich Johann Hilmer und Karla von Ruepprecht ein. Die monatliche eucharistische Anbetung gestalten statt vier nun drei Gruppen: Das wären Jolanta Reichenberger, Elisabeth und Christine Esch sowie Pfarrer Bühler. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Gottesdienste und Veranstaltungen.

Pfarrer Bühler fasst die derzeitige Situation so zusammen: "Es kam und kommt auf mich mehr Arbeit zu, aber ich bin nicht allein. Es gibt viele, die mich unterstützen." Sechs Monate noch gilt es durchzuhalten, dann sollte die neue Gemeindereferentin zur Entlastung beitragen.