Zustimmung auch in Nersingen: Der Gemeinderat genehmigte einstimmig den Gesellschaftsvertrag für die Donau-Iller-Wohnungsgesellschaft (Diwog). Tags zuvor hatte das Elchinger Gremium zugestimmt (wir berichteten). Außerdem ist die Stadt Neu-Ulm im Boot mit ihrer Wohnungsgesellschaft Nuwog. Von deren Know-how profitiere die neue Gesellschaft, sagte Nuwog-Geschäftsführer Andreas Heipp, der künftig auch die Geschäfte der Diwog führt: „Wir haben die personellen Ressourcen und Sie das Bauland.“

Das ist in der Stadt knapp. Man brauche nicht darüber zu diskutieren, dass Wohnungsnot und der Mangel an bezahlbaren Wohnungen ein zentrales Thema seien, sagte Bürgermeister Erich Winkler. „Ich habe das Gefühl, die Politik redet viel, aber das bringt uns vor Ort nicht weiter.“ Deshalb müssten die Kommunen selbst initiativ werden und handeln. Bereits im November 2016 habe der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss für eine gemeinsame Wohnungsgesellschaft gefasst. Dabei sei ihm wichtig, so der Bürgermeister, günstigen Wohnraum am Ort zu schaffen und als Gemeinde Einfluss auf die Belegung zu haben. Weiterer Vorteil der Kooperation sei, dass die Diwog künftig auch die bestehenden gemeindeeigenen Wohnungen bewirtschaftet.

Erstes Projekt in Straß

Ein erstes Wohnbauprojekt im Ortsteil Straß hat die Gemeinde bereits im Auge.  Winkler erwartet, dass der Grundstückserwerb dafür, für den bereits seit zwei Jahren 240 000 Euro im Haushaltsplan eingestellt sind, demnächst unter Dach und Fach ist. Er werde „Druck machen“, damit das Vorhaben 2019 rasch umgesetzt werde, betonte er auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE. Bebaut werden könnte die Fläche in mehreren Abschnitten, erläuterte Heipp in der Sitzung.

Die Diwog stehe auch anderen Kommunen im Landkreis offen, betonte Winkler. Laut Gesellschaftsvertrag bringen alle Beteiligten jeweils 40 000 Euro zum Stammkapital ein, das somit 120 000 Euro beträgt. Der Aufsichtsrat besteht aus den Rathaus-Chefs und je einem weiteren Mitglied der beteiligten Gemeinden. Die bestimmen selbst, ob und was sie mit der Diwog bauen. „Wir sind Partner auf Augenhöhe“, sagte Winkler. Zur Finanzierung eines Neubaus steuert die Kommune jeweils 25 Prozent der Baukosten bei, dabei wird der Wert des Grundstücks berücksichtigt.

Die restlichen 75 Prozent finanziert die Diwog – je nach Vorhaben auch über Fördergelder. Für die Projektentwicklung und -steuerung entstehen den Gemeinden keine Kosten.